Europas Supercomputer werden vernetzt
Das DEISA-Konsortium [Distributed European Infrastructure for Supercomputing Applications], eine Grid-basierte Forschungsinfrastruktur-Einheit, die von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen wurde, will mit Hilfe von IBM vier der führenden nationalen Höchstleistungs-Rechenzentren in Europa vernetzen.
Ziel dabei ist es, Forschungsprojekte in Umweltwissenschaften, Bioinformatik, Materialwissenschaften und Astrophysik anzugehen, die weit über die nationalen Computing-Infrastruktur-Möglichkeiten eines Landes hinausgehen.
Im Endeffekt soll ein globales Datenmanagement-System entstehen, das es ermöglicht, transnationale wissenschaftliche Projekte und die europäische Wettbewerbsfähigkeit in der Forschung zu stärken, indem Forschern extrem hohe Rechenleistung bereitgestellt wird.
Um die vorhandenen Supercomputer-Zentren zu integrieren, werden Grid-Technologien sowie Lösungen von IBM im Grid- und Deep-Computing-Umfeld verwendet.
Derzeit schließt DEISA vertraglich acht Supercomputer-Zentren ein: IDRIS-CNRS in Orsay, Frankreich [Leitung], Forschungszentrum Jülich in Deutschland, RZG Garching, Deutschland; CINECA, Bologna, Italien; EPCC, Edinburgh, Großbritannien; CSC, Helsinki, Finnland; SARA, Amsterdam, Niederlande und das ECMWF, Reading, Großbritannien.
Europa vernetzt vier HochleistungsrechnerVerbindung auf zwei Ebenen
Die DEISA-Supercomputing-Infrastruktur wird die nationalen Plattformen auf zwei Ebenen miteinander verbinden.
Zunächst werden Cluster an IBM-Systemen über spezifische Netzwerkverbindungen und Middleware miteinander gekoppelt, um einen virtuellen, verteilten Supercomputer zu schaffen.
Dieser "Super-Cluster" wird dann mit anderen Computing-Plattformen in einem zweiten Schritt verbunden, um ein heterogenes Supercomputing-Grid zu schaffen.
Die erste Phase des Projekts integriert die Infrastruktur von vier Höchstleistungsrechenzentren, bestehend aus IBM-eServern des Typs p690, p690+ und p655 als Rechnerknoten in Deutschland, Frankreich und Italien.
In der näheren Zukunft plant das DEISA-Konsortium auch die Integration weiterer Hochleistungsrechenzentren in Europa, so das Hochleistungsrechenzentum Stuttgart, das LRZ [Leibniz Rechenzentrum] in München und das BSC [Barcelona Supercomputing Centre] in Spanien.
Grid-Computing wird erwachsenVerbesserung der Gesamtrechenzeit
Dieser homogene Supercluster wird physisch aus 128 Rechenschränken mit über 4.000 Prozessoren bestehen, mit einer aggregierten Rechenleistung von annähernd 26 Tera-FLOPs.
IBM wird technisches Know-how für das Global Parallel File System [GPFS] bereitstellen, eine Software, die benötigt wird für das globale Datenmanagement für den verteilten Supercluster. DEISA wird dabei frühzeitig auf neue Versionen des GPFS Zugriff haben.
Über das DEISA-Konsortium wird es per globales Datenmanagement transnationalen Forschungsprojekten möglich, Zugang zu einer einheitlichen Computing-Umgebung zu erhalten, die eine Gesamtsicht auf Rechenzeit sowie File- und Datensätze erlaubt.
Eine der Schlüsselprioritäten ist die Entwicklung eines effizienten globalen File-Systems auf kontinentaler Ebene. Zusätzlich können die gemeinsame Projektarbeit und der Lauf von Rechenjobs auf allen beteiligten Zentren eine Optimierung mit sich bringen, insbesondere was die Verbesserung der Gesamtrechenzeit für die User betriffft.
