Weiter Ärger um Terminierungsentgelte
Die Telekom-Regulierungsbehörde RTR will ihren Kurs zur Schritt-für-Schritt-Senkung der Terminierungsentgelte im Mobilfunk bis Ende 2011 trotz nicht abklingender Kritik seitens der österreichischen Mobilfunker beibehalten.
Der fünftgrößte heimische Handynetzbetreiber Hutchison ["3"] hat am Montag die Diskussion um die Terminierungsentgelte wieder entfacht, die die Handynetzbetreiber ihren Mitbewerbern für die Zustellung von Gesprächen in die jeweiligen Mobilfunknetze bezahlen müssen. Gemessen an den EU-Vorgaben seien die Entgelte laut Hutchison um etwa vier Cent zu hoch.
Dabei gehe es für die vier großen Anbieter Mobilkom, T-Mobile, One und tele.ring um einen "Übergewinn" von in Summe 182 Mio. Euro. Hutchison hat nun eine Beschwerde bei der Telekom-Regulierungsbehörde eingebracht.
Die Terminierungsentgelte gelten als Grundlage zur Berechnung der Endkundentarife. Weil die Gesprächsvermittlungskosten für die Handynetzbetreiber mit zunehmender Kundenzahl sinken, dürfen größere Telekom-Anbieter weniger verlangen als kleinere - von 10,86 Cent bei der Mobilkom bis zu 19,62 Cent bei Hutchison. Generell deutlich niedriger sind die Terminierungsentgelte im Festnetz.
Mobilfunker fürchten WettbewerbsnachteilHutchison rechnet mit Festnetz-Hilfe
Die RTR und die Telekom-Kontroll-Kommission TKK hätten jedoch "ihre Haltung im Positionspapier dargelegt, begründet und veröffentlicht". Derzeit bestehe "keine Veranlassung, von dieser Position abzugehen", erklärte eine RTR-Sprecherin in Reaktion auf die Kritik von Hutchison.
Notfalls werde man bis zur EU gehen, sagte Hutchison-Austria-Chef Berthold Thoma am Montag. Vor allem Gespräche vom Festnetz ins Mobilfunknetz würden dadurch nach Meinung von Hutchison deutlich billiger werden.
Daher erwartet Thoma, dass sich - abgesehen von der Telekom Austria - auch die heimischen Festnetzbetreiber der Klage anschließen werden. Eine Entscheidung wird für Ende August erwartet.
