14.02.2005

VIENNA CALLING

Mobilfunker fürchten Wettbewerbsnachteil

Die drei Mobilfunkbetreiber T-Mobile Austria, tele.ring und Hutchison ["3"] befürchten eine Wettbewerbsverzerrung auf dem heimischen Handymarkt zu Gunsten der mobilkom austria.

Hintergrund dafür ist die bevorstehende Neuregelung bei den Terminierungsentgelten, die Handynetzbetreiber ihren Mitbewerbern für die Zustellung von Gesprächen in die jeweiligen Mobilfunknetze bezahlen müssen.

Die drei Betreiber haben sich daher in einem offenen Brief an Verkehrsminister Hubert Gorbach, Staatssekretär Eduard Mainoni, ÖVP-Klubobmann Wilhelm Molterer, Wirtschaftsminister Martin Bartenstein und den Vorsitzenden der Telekom Control Kommission [TKK], Eckhard Hermann, gewendet.

Nachteil von 407 Mio. Euro befürchtet

Das neue Regulierungsmodell führe zu einem wirtschaftlichen Nachteil von insgesamt mehr als 407 Mio. Euro bei den alternativen Mobilfunkbetreibern zu Gunsten der Telekom-Austria-Gruppe von 2005 bis 2010, haben T-Mobile, tele.ring und Hutchison errechnet. Die mobilkom selbst habe durch diese Berechnung einen wirtschaftlichen Vorteil von 96 Mio. Euro.

Bei der Berechnung dieses einheitlichen Entgelts gehe die TKK von ausgeglichenen Kosten- und Marktverhältnissen aus, was jedoch auch langfristig betrachtet eine unrealistische Marktprognose sei, kritisieren die Betreiber weiter.

Der Telekom-Regulator will die Terminierungsentgelte, die aktuell je nach Betreiber unterschiedlich hoch sind, bis 2010 auf einem Niveau von rund 9,5 Cent für alle Betreiber vereinheitlichen. Derzeit bekommt die mobilkom von ihren Mitbewerbern für die Gesprächszustellung 10,86 Cent, T-Mobile 13,18 Cent, One 13,80 Cent, tele.ring 15,99 Cent und Hutchison als jüngster Marktteilnehmer sogar 19,62 Cent.