Zu wenig Wettbewerb auf Telekom-Märkten
Laut Telekom-Regulator Georg Serentschy gibt es von 16 Teilmärkten in Österreich nur in vier Bereichen effektiven Wettbewerb.
Das ist das Ergebnis einer Marktanalyse der Regulierungsbehörde RTR.
Wettbewerb herrscht laut RTR bei Zugang und Originierung [Gesprächszustellung] im Mobilfunkbereich, beim Markt für Mietleitungen auf Hauptverkehrsstrecken ["Trunk"], bei Auslandsgespächen für Privatkunden und im Transitmarkt [Verbindungen zwischen lokalen Vermittlungsstellen]. Bei letzterem ist allerdings die EU-Kommission anderer Meinung.
Als Schwerpunkte für das erste Halbjahr 2005 nannte Serentschy die Klärung der Frage, in wie weit das Handy den Festnetzanschluss ersetzt und welche Bedeutung Internettelefonie ["Voice over IP", VoIP] künftig auf die Märkte haben werde.
Nachhaltige Steigerung des Wettbewerbes
Ziel sei es, eine nachhaltige Steigerung des Wettbewerbes zu
erreichen, wie es etwa beim Zugang zu Mobilfunkdiensten schon der
Fall sei. Im Spätherbst des heurigen Jahres soll die nun vorerst
abgeschlossene Marktanalyse in die nächste Runde gehen. Serentschy
geht davon aus, dass die bisherige Telefonie "schneller als von
vielen erwartet" Konkurrenz durch Internettelefonie bekommen werde.
Regulator will mehr Breitband-FörderungDie Kritik des Chefs des größten österreichischen Mobilfunkanbieters Mobilkom Austria, Boris Nemsic, wonach am Personalabbau bei den Handynetzbetreibern eine "verfehlte Regulierungspolitik" schuld sei, wies Serentschy zurück. "Wir haben nicht nach einem Preiskampf gerufen", konterte er.
Der RTR-Boss verweis darauf, dass die im europäischen Vergleich besonders niedrigen Verbindungsentgelte im Mobilfunk durch hohe Terminierungsentgelte und Roaminggebühren finanziert würden.
Zufrieden zeigte sich Serentschy mit dem Anlaufen der Rufnummernportierung - sprich der Mitnahme der Handynummer inklusive Vorwahl bei einem Betreiberwechsel. Die Portierung "funktioniert", die von Konsumenten kritisierten Ansagen für einen Anrufer, der einen portierten Kunden anwählt, wurden inzwischen geändert, betonte die Regulierungsbehörde.
