Software bringt tote Pianisten zum Spielen
Eine US-Softwarefirma will ein "Live-Konzert" zweier toter Pianisten organisieren. Die Technik kann Glenn Gould und Alfred Cortot zwar nicht wieder zum Leben erwecken, wohl aber deren Art, die Tasten anzuschlagen.
Das Unternehmen Zenph Studios in Raleigh [North Carolina] hat nämlich zwei 50 und 77 Jahre alte Mono-Aufnahmen der Musiker mit einem neuen Verfahren digitalisiert, wie das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist" berichtet.
Bisher gingen bei einer Digitalisierung zehn bis 20 Prozent gleichzeitig gespielter Töne verloren oder waren falsch. Dieses Problem der polyphonen [mehrstimmigen] Umsetzung hat die Firma nun nach eigenen Angaben weitgehend gelöst.
Raumklang nachgebildet
Die Vienna Symphonic Library versucht, die Klang-Charakteristika
von Bühnen weltweit absolut authentisch nachzubilden.
Konzerthaus-Klang aus der KonserveGoldberg-Variationen und Chopin
Das eigentliche Klavierspiel übernimmt bei dem Konzert ein automatisches Piano, dessen Tasten über einen Computer gesteuert werden. Das Instrument berücksichtigt dabei auch, wie schnell und stark die Tasten und Pedale ursprünglich gespielt wurden.
Vom Kanadier Glenn Gould [1932-1982] werden Johann Sebastian Bachs Goldberg-Variationen zu hören sein. Ein Präludium von Frederic Chopin soll ganz im Stil des Schweizers Alfred Cortot [1877- 1962] aufgeführt werden.
Das neue Digitalisierungsverfahren bietet der Musikindustrie nach Ansicht des Unternehmens die Chance, auch Material, das wegen seiner schlechten Qualität bisher unveröffentlicht geblieben ist, in die Musikläden zu bringen.
