Kundendaten-Verhaltenskodex gefordert
Die deutsche Bundesministerin für Verbraucherschutz, Renate Künast [Grüne], fordert von der Wirtschaft eine Selbstverpflichtung zum sorgsamen Umgang mit Kundendaten.
Einige Unternehmen verdienten offensichtlich Geld mit der Weitergabe von Daten, die mit Hilfe von Kundenkarten erhoben werden, sagte Künast der "Berliner Zeitung".
Die Ministerin forderte die Wirtschaft auf, Daten nur für Werbung oder Marktforschung zu verwenden, wenn der Kunde es ausdrücklich erlaubt. Allein in Deutschland nutzen 27 Millionen Menschen Kundenkarten.
Verhaltenskodex für die Wirtschaft
"Es muss eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft geben und einen
Verhaltenskodex, der regelt, wie gegen Verstöße gegen die Rechte der
Kunden vorgegangen wird", so Künast. "Das Thema ist so wichtig, dass
wir gesetzgeberische Maßnahmen nicht ausschließen."
"Datenmissbrauch" bei KundenkartenKreditwürdigkeitsprüfung in Kritik
Die Ministerin kritisierte auch die fehlende Transparenz bei neuen Formen der Kreditwürdigkeitsprüfung.
Beim so genannten "Scoring" erhalten Menschen unter anderem abhängig von Wohnort, Verdienst und Alter einen Wert für ihre Kreditwürdigkeit.
Dies führe dazu, dass Kredite nicht gewährt würden, wenn die Antragsteller in ärmeren Wohngegenden lebten, sagte Künast.
Hier müsse sichergestellt werden, "dass jeder Kunde weiß, auf Grund welcher Daten welche Kredit-Entscheidung getroffen wird."
