Roboter ersetzen Kamel-Jockeys
Die Zügel in der einen, eine Peitsche in der anderen Hand, zieht ein Jockey auf der Rennbahn im Golfstaat Katar seine Runden.
Erst auf den zweiten Blick wird klar, dass der ganz in Rot gekleidete Reiter kein Mensch, sondern ein Roboter ist.
Unter den wachsamen Augen seiner Schweizer Entwickler und der Rennstallbesitzer absolviert der ferngesteuerte Blechreiter derzeit erste Testläufe. Die Höcker-Ferraris erreichen dabei Geschwindigkeiten von über 40 km/h.
Bis 2007 sollen die Maschinen menschliche Jockeys im Golfstaat komplett ablösen.
Die Kamelrennen in Katar sind umstritten: Menschenrechtler kritisieren, dass Kinder aus armen Ländern wie Bangladesch, Sri Lanka und Pakistan illegal nach Katar gebracht und dort als Jockeys eingesetzt würden.
Roboter als Jockeys für Kamelrennen27 Kilo Leichtgewicht
Seit Jänner 2004 arbeitet die Schweizer Firma K-Team an den mechanischen Jockeys.
"Wir sind mit einer Digitalkamera nach Dohar gekommen und haben die Jockeys genaustens fotografiert, um deren Bewegungen genau studieren zu können," so Alexandre Colot von K-Team.
Das Ergebnis ist ein 27 Kilogramm schwerer Roboter, der äußerlich nicht von seinem menschlichen Gegenstück zu unterscheiden ist. Das Gerät bekommt seine Kommandos via Fernbedienung, aus einer Entfernung von bis zu 0,8 Kilometern.
Der Besitzer folgt dem Kamel dabei mit einem Fahrzeug und gibt via Joystick die gewünschten Instruktionen - vor- und rückwärts, nach links und rechts sowie den Peitscheneinsatz - an den Roboter-Jockey weiter.
Der Blechreiter ist außerdem mit einem GPS-Sender und Stoßdämpfern ausgestattet.
Tarngeruch
Um zu verhindern, dass die Kamele die Roboter-Jockeys einfach
abwerfen, werden die Trikots mit einem traditionellen Duft, der von
den Trainern benutzt wird, eingesprüht.
K-TeamErste Blechreiter ab Herbst
Kamelrennen sind im arabischen Raum eine beliebte Sportart. Rennsaison auf den etwa zehn oder mehr Kilometer langen Ovalkursen ist von Oktober bis April.
Das Wetten ist zwar verboten, dem Besitzer des Sieger-Kamels winken jedoch hohe Preisgelder von Sponsoren. Beim Hauptrennen von Katar sind etwa über 190.000 Dollar an Preisgeld ausgelobt.
Zum Auftakt der diesjährigen Saison sollen bereits 20 Roboter-Jockeys zum Einsatz kommen.
Eine eigene Produktionsstätte, eine Wartungsabteilung und ein Trainingszentrum für die Steuermänner sind ebenfalls in Planung.
