Auch Virenschreiber haben Freundinnen
Bisher dachte man beim Profil des durchschnittlichen Virenschreibers an einen jungen, männlichen Computerfreak, der unter chronischem Mangel an Freundinnen leidet und auch sonst sozial nicht integriert ist.
Dem widersprechen die persönlichen Erfahrungen von Sarah Gordon vom Anti-Virus-Hersteller Symantec, oft beschrieben als "Clarice Starling der Sicherheitsbranche".
Gordon hat in den letzten Jahren über hundert Viren-Erzeuger zu Forschungszwecken ins Verhör genommen und dabei herausgefunden, dass das Klischee des Viren schreibenden Nerds ohne soziale Kompetenzen schlicht falsch ist.
Männlich, zwischen 14 und 34 Jahre alt, computerbesessen und ohne Freundin - so lautete das gängige Rollenbild eines Virenschreibers, das auch Anti-Viren-Spezialist Sophos zeichnete.
Das "Psychogramm" der VirenschreiberGeld ist nicht Hauptmotiv
"Die meisten der erwachsenden Männer, die ich befragt habe, hatten eine feste Freundin. Die Klischees sind falsch" so Gordon zu "The Register".
Auch der Theorie, die Virenschreiber ließen sich im Großteil der Fälle von Geld als Hauptmotiv leiten, kann Gordon nicht zustimmen.
Zwar bekämen "Agobot", "Bagle" und andere die größte Aufmerksamkeit, doch die Mehrheit der Viren würde von den Erzeugern als reine technische Herausforderung gesehen.
Die Schreiber hätten keine Vorstellung, welche Schäden und andere Unannehmlichkeiten ihre "Geschöpfe" verursachen könnten.
