Das "Psychogramm" der Virenschreiber
Männlich, zwischen 14 und 34 Jahre alt, computerbesessen und ohne Freundin - das soll laut Antivirenspezialist Sophos das Profil des durchschnittlichen Virenschreibers sein.
Laut Sophos-CEO Jan Hruska werden jeden Monat rund 1.000 neue Computer-Viren geschrieben. "Bis jetzt sehen wir noch keine Hinweise auf ein vermindertes Interesse am Schreiben von neuen Viren.¿
In fast allen Fällen seien die Erzeuger männlich, zwischen 14 und 34 Jahre alt und besessen von Computern. Zudem hätten sie einen chronischen Mangel an Freundinnen und seien sozial nicht integriert. Das Virenschreiben würde sie fast magisch anziehen, "es ist für sie wie eine Form von digitalem Graffiti", so Hruska.
Erst vor kurzem hat die Attacke des "Slammer"-Wurms große Teile des Internets innerhalb von Sekunden lahm gelegt und weite Teile Südkoreas offline gestellt sowie einige Bankfunktionen in den USA außer Betrieb gesetzt.
Wie "SQL-Slammer" eingeschlagen hatVirenzahl und -versionen sollen steigen
Virenschreiber suchten immer wieder nach neuen Infektionswegen mit speziellem Augenmerk auf Schwachstellen in aktuellen Betriebssystemen, so Hruska weiter. Für die nächsten Jahre stellte er zudem einen weiteren Anstieg der Virenzahl in Aussicht.
Durch die steigende Zahl von OS-Versionen sollen auch neue Virenformen in Umlauf kommen, da jedes Betriebssystem neue Features mit sich bringt und neue Programmdateien Träger der "Infektion" sein können.
Der nächste große Angriffspunkt könnte laut Hruska Microsofts .NET-Plattform sein.
Wer haftet für Virenschäden?
Anlässlich einer Schadensforderung des Tiroler Unternehmens
Telebusiness Center Tornado-Austria hat der Salzburger Richter und
Internet-Spezialist Franz Schmidbauer einen Überblick über die
rechtliche Situation bezüglich Haftbarmachung für Virenschäden
verfasst.
Wer für Virenschäden haftetDas Revival der Viren und Würmer
Auch bereits bekannte Viren und Würmer wie der im November 2001 erstmals aufgetauchte Wurm "Klez" würden durch Modifikationen immer wieder zum Leben erweckt. Source-Codes würden getauscht und bearbeiten werden und die geänderten Viren dann wieder in die "Wildnis" entlassen.
"Klez" stand im November letzten Jahres zum siebenten Mal in Folge auf Platz eins der Viren-Listen. Damit ist er der Schädling, der sich im Jahr 2002 am weitesten verbreitet hat.
Rund 24 Prozent aller weltweit aufgetretenen Vireninfektionen sind auf eine "Klez"-Variante zurückzuführen. Auf dem zweiten Platz liegt "Bugbear", der erst im Oktober 2002 entdeckt wurde und im Jahresmittel 17,5 Prozent der Rechner befallen hat, gefolgt von "Badtrans" mit knapp 15 Prozent.
Die Viren-Hitliste 2002
Sophos rechnet damit, dass künftig vor allem so genannte
Backdoor-Trojaner in Umlauf gebracht werden. Sie ermöglichen Hackern
den Fernzugriff auf infizierte Rechner und damit den Einblick in
gespeicherte Daten und Passwörter.
"Klez" ist Wurm des Jahres
