MP3-Player für User ein "guter Freund"
Für viele Menschen ist Musik ein wichtiger Teil ihres Lebens - so wichtig, dass sie die Musik mithilfe eines MP3-Players überallhin mitnehmen.
Wenn dieser nun durch Diebstahl abhanden kommt, fühlen sich die ehemaligen Besitzer, als ob sie einen Teil ihres Lebens und ihrer Privatsphäre verloren hätten, zeigen Aussagen von Fällen in den USA.
Einige Opfer gaben sogar an, sie hätten das Gefühl, die Diebe würden einen Einblick in ihre Seele bekommen.
Wenn die Diebe dann auch noch Notebook oder PC mit der gesammelten Musik haben mitgehen lassen, scheint für viele mehr verloren zu gehen.
So berichtet ein Opfer, dass er mit dem Verlust seiner Musiksammlung auf Notebook und iPod das Gefühl habe, als hätte er einen guten Freund verloren.
In den USA mehren sich offenbar die iPod-Diebstähle. Zuerst sei die "Nachfrage" noch sehr verhalten gewesen, weil kein Markt dafür da gewesen sei, doch mittlerweile seien Festplatten-Player da wie dort unabkömmlich, so ein Polizist der Washingtoner Polizei.
IPod-Nutzer sollen sich "tarnen"Diebstahl der Identität
Vor allem das Überspielen seiner CD-Sammlung und der anschließende Aufbau einer eigenen Musik-Bibliothek habe ihn eine Beziehung zu seinem MP3-Player aufbauen lassen, so John Hoctor.
Solche Reaktionen sind laut Psychologen keine Überraschung. Jeder Mensch verbinde spezielle Erinnerungen mit bestimmter Musik und der persönliche Musikgeschmack sei üblicherweise sehr wichtig für Menschen, so die Gerichtspsychologin Anita Boss. Es handle sich in diesen Fällen eigentlich um einen Fall von Identitätsdiebstahl, so Boss.
Das unterstützt auch die gewagte These des Marketingprofessors Markus Giesler. Dieser hatte vor kurzem behauptet, der iPod verwandle seine User durch "Technotransendenz" in Cyborgs.
Das Gerät sei nicht bloß ein MP3-Player, sondern eine Verlängerung des Gehirns und des eigenen Körpers, der neben Musik auch Namen, Adressen, Kalender und Notizen speichere.
Zudem zapfe er eine "hybride Unterhaltungsmatrix" - bestehend aus Rechner, Internet, Online-Musik-Shops und Tauschbörsen - an, bei der Funktionen wie Random Shuffle ein Schlüsselkonstrukt sein sollen - und nicht bloß ein Marketinggag.
Apples iPod formt User zum Cyborg"Lebendiges Gerät"
Der iPod und sein Nutzer würden eine kybernetische Einheit formen, so Giesler. Cyborgs, die bis dato immer nur in Literatur und Theorien auftauchten, sind seiner Ansicht nach als "Cyborg Consumers" bereits Realität.
Die Besitzer würden ihre Player immer nahe am Körper tragen, so dass die Vibrationen der Festplatte auch ein Gefühl von Lebendigkeit des Geräts vermitteln. Bei einem Verlust wäre auch ein Teil der eigenen Identität verloren, so Giesler.
