120 Mio. Euro für Online-Preisvergleicher
154 Millionen Dollar für ein Internet-Unternehmen - das erinnert zwar an die Zeiten des Dot.com-Booms. Das ist freilich schon alles an Ähnlichkeiten, zumal hinter der Übernahme der Münchner Ciao AG durch das US-Unternehmen Greenfield Online wohl begründete Geschäftsinteressen stehen.
Die deutsche Ciao AG ist mit zwei Millionen Produkten in ihrere Datenbank seit sechs Jahren im Online-Preisvergleich tätig, 2004 setzte man mit etwas mehr als 150 Mitarbeitern rund 18 Millionen Euro um.
Etwa die Hälfte des Kaufpreises von 154 Millionen Dollar [rund 120 Mio Euro], nämlich 74 Millionen Dollar, geht in bar über den Tisch, den Rest bezahlt Greenfield in eigenen Aktien.
Anders als die sechs Jahre alte Preisvergleichsfirma Ciao stammt Greenfield aus dem Marktforschungsbereich, das Geld wird vornehmlich mit der Beratung großer Unternehmen zum Verbraucherverhalten verdient.
Beratung wichtiger als SchnäppchenjagdMarktforscher wird Preisvergleicher
Greenfield ist aber nicht nur an den Daten der Ciao-Benutzer interessiert, sondern will die Preisvergleichsplattform auch in den USA einsetzen. Der Sitz von Ciao in München soll als europäische Zentrale von Greenfield dienen.
Vorstandschefs und Topmanager erhalten bei Greenfield Posten in der Unternehmensführung.
Im Rahmen des Verkaufs erhalten sie und die an Ciao beteiligten Finanzinvestoren Apax Partners, Index Ventures und Wellington Partners sowie die Hubert Burda Medien insgesamt 15 Prozent der Stammaktien von Greenfield.
