22.06.2004

ONLINE-SHOPS

Beratung wichtiger als Schnäppchenjagd

Im E-Business ist zwar vieles anders als in der traditionellen Handelswelt, wie sie bis zur Einführung des Internets bestand. Dadurch sind aber die überkommenen Regeln im Umgang mit dem Kunden nicht aufgehoben, im Gegenteil, manche gelten im Netz verstärkt.

Auch unter der als notorische Schnäppchenjäger verrufenen Online-Kundschaft ist der Preis keineswegs das alleinige Kriterium für den Kaufentscheid.

Im Online-Business reüssieren vielmehr jene Händler, die ihre Kundenbeziehung am besten pflegen. Und: Nicht die größten Anbieter von Elektronikware sind am erfolgreichsten, sondern jene, die Mischkalkulationen am besten beherrschen.

Analyse der Kundendaten

Ein wesentliches Erfolgskriterium seien Erfassung und Analyse der Kundendaten durch den Händler auf dessen eigener Website, so die Studienautorin Fanny Vilchez.

Unter den Händlern, die ihre Kundendaten analysieren, gaben 61 Prozent an, dass sich die Gewinne positiv entwickelt hatten, seitdem die Firmen bei Geizhals.at gelistet sind.

Nur 28 Prozent der Elektronikhändler, die im Online-Marketing mehr oder weniger im Blindflug unterwegs sind, konnten Selbiges berichten. Gestiegene Umsätze meldeten 84 Prozent der 87 befragten Elektronik-Handelsfirmen.

67 Prozent der Firmen, die sich positiv entwickelt hatten, sind laut Studie besonders bemüht, gute Online-Bewertungen von ihren Kunden zu erhalten.

Internet treibt Versandhandel

Generell ist der Einkauf über den Versandhandel in Österreich weiter im Vormarsch.

2003 haben rund 3,4 Millionen Österreicher zumindest einmal über Katalog und Bestellschein, telefonisch oder via Internet eingekauft und dabei insgesamt 1,24 Mrd. Euro ausgegeben, geht aus einer vom Handelsverband durchgeführten Branchen-Analyse hervor.

Als Wachstumsmotor für den Versandhandel gilt weiterhin das Internet. Frauen stellen mit rund 58 Prozent das größte Käuferpublikum.

Gemessen an der Gesamtzahl der Bevölkerung nimmt Österreich im Versandhandel den Angaben zufolge mit einem Pro-Kopf-Umsatz von 155 Euro in der EU nach Großbritannien den dritten Platz ein.

Europäischer Spitzenreiter ist weiter Deutschland, mit einem Gesamtumsatz von 21 Mrd. Euro und einem Pro-Kopf-Umsatz von 256 Euro auch vor den USA weltweit die Nummer eins im Versandhandel.