07.04.2005

LETZTE EHRE

Rom-Ansturm überlastet Handynetze

Die italienischen Mobilfunkbetreiber TIM, Vodafone Italia und Wind mussten wegen des Ansturms von Gläubigen in Rom zum Begräbnis von Papst Johannes Paul II. ihre Kapazitäten ausweiten.

Vodafone Italia habe seine Netzleistung auf dem Petersplatz um 50 Prozent erhöht, sagte eine Sprecherin. Der drittgrößte Betreiber Wind baute die Netzleistung unter anderem auf dem Bahnhof Termini aus.

Bisher sei es noch nicht zu Netzausfällen gekommen, hieß es von den drei Unternehmen übereinstimmend.

Allerdings dauerte der Aufbau von Gesprächsverbindungen teilweise mehrere Minuten, wie Journalisten vor Ort feststellten.

Österreichs Betreiber rechnen mit Ausfällen

Laut Ansicht der österreichischen Mobilfunkbetreiber drohen den italienischen Handynetzen vor allem bei, vor und nach dem Papst-Begräbnis am Freitag in Rom Kommunikationsprobleme und Netzausfälle wie zu Silvester.

Hutchison [3], das auch ein Partnernetz in Italien besitzt, bietet seinen Kunden im Ausland dennoch die "Gratis-Kommunikation von 3 zu 3" an. Netzintern kann kostenlos telefoniert werden, auch SMS und Videos gehen gratis von Handy zu Handy.

Tele.ring bietet so etwas mangels Partnernetz in Italien nicht an. Auch die mobilkom austria verzichtet auf eine besondere Aktion. Von den Betreibern One und T-Mobile gibt es vorerst keine Stellungnahme.

Ansturm aus Polen

Zur Beisetzung in Rom werden auch etwa eine Million Polen erwartet, dehalb kündigten die polnischen Mobilfunkbetreiber deutliche Preissenkungen für Handyverbindungen nach Italien an.

Von Donnerstag bis Sonntag werde der Roaming-Minutenpreis bei einem Zloty [0,25 Euro] und damit vier bis fünf Mal niedriger als zur Hauptzeit liegen, sagte ein Sprecher des fast 7,5 Millionen Kunden zählenden Unternehmens PTK Centertel.

Polkomtel bot seinen rund 6,5 Millionen Nutzern denselben Tarif an; auch PTC Era GSM mit seinen gut acht Millionen Kunden will nachziehen.

Nach Schätzungen des polnischen Außenministeriums werden eine Million Polen aus dem Geburtsland des Papstes zu den Beisetzungsfeierlichkeiten am Freitag nach Rom fahren.