Eine SMS aus dem Vatikan an die Welt
Der erste Tod eines Papstes im Zeitalter von Handys und Internet hat auch den Vatikan zu diesen Mitteln greifen lassen.
SMS und E-Mail wurden miteinander kombiniert, um die weltweiten Medien binnen Minuten nach dem Ableben von Johannes Paul II. zu alarmieren.
Die Nachrichtenagentur AFP und andere Medien erhielten eine SMS, in der sie aufgefordert wurden, die E-Mails wegen einer "dringenden Nachricht" zu lesen.
In der E-Mail von Vatikan-Sprecher Joaquin Navarro-Valls stand dann die kurze Todesnachricht: "Der Heilige Vater ist heute Abend um 21.37 Uhr in seinem privaten Appartement gestorben. Es wurden alle Verfahren eingeleitet, die in der Apostolischen Konstitution 'Universi Dominici Gregis' vorgesehen sind, die Johannes Paul II. am 22. Februar 1996 in Kraft gesetzt hat."
In einem apostolischen Brief hatte Papst Johannes Paul II. im Februar die Medien zur Verantwortung für Frieden, Solidarität und Völkerverständigung aufgerufen. Grundsätzlich forderte der Papst Laien sowie die Verantwortlichen in der Kirche auf, neue Medien wie das Internet zu nutzen.
"Fürchtet Euch nicht vor den neuen Technologien."Website wurde erweitert
Der Vatikan reagierte zudem auch auf den Wunsch zahlreicher Gläubiger und stellte eine umfassende Dokumentation über das Leben und Wirken des Papstes auf seiner Website online.
Mit dieser Dokumentation trägt die katholische Kirche der Philosophie des Papstes Rechnung, auch und vor allem die Massenmedien für die Kommunikation mit den Menschen einzusetzen. Darin beschrieben wird jedes Jahr des über 26-jährigen Pontifikats von Karol Wojtyla in den Kapiteln "Worte des Heiligen Vaters", "Reisen", "Ereignisse" sowie "Video".
Die Medien waren für Johannes Paul II. stets ein zentrales Anliegen. Neben Zeitungen, Radio- und TV-Sendern hat der Vatikan seit den frühen 90er Jahren auch eine eigene Website, die heute eine der größten aktuellen und historischen Dokumentationen der katholischen Kirche darstellt.
