Neuer HP-Chef schiebt Kursentscheid auf
Der neue Hewlett-Packard-Chef Mark Hurd sieht die Zeit für strategische Entscheidungen über künftige Geschäftsfelder des weltweit zweitgrößten Computerkonzerns noch nicht gekommen.
Es sei zu früh, sich Gedanken über eine Abtrennung des lukrativen Druckergeschäfts zu machen, so der 48-Jährige, der am 1. April die Leitung des Unternehmens übernehmen und damit Nachfolger von Carly Fiorina werden soll.
"Ich würde es vorziehen, die Situation zu analysieren ... bevor eine Entscheidung wie diese getroffen wird", sagte er. Er wolle sich auch nicht auf einen zeitlichen Rahmen für eine solch schwerwiegende Entscheidung über die Struktur des Konzerns festlegen. Auf Fragen von Analysten zu einem möglichen Arbeitsplatzabbau bei HP antwortete er, er habe keine vorgefasste Meinung zu einer Reduzierung der Belegschaft.
HP hatte Fiorina im vergangenen Monat im Streit über die Umsetzung der Konzernstrategie entlassen. Viele Investoren forderten, dass Hewlett-Packard entweder das lukrative Druckergeschäft abspaltet oder sich von den Geschäftsbereichen PC, Datenspeicherung und Software trennt. Sie hielten die Entscheidung von Fiorina im Jahre 2002 für falsch, Compaq Computer zu übernehmen.
Warum HP-Chefin Fiorina gehen mussteStrategie gefordert
Das Management selbst erwartet von Hurd allerdings genau solche Entscheidungen über die zukünftige Strategie des Konzerns.
HP-Direktorin Patricia Dunn sagte, dass das Board von Hurd unter anderem auch eine Entscheidung fordern werde, ob der Konzern nun in zwei oder mehrere Teile gespalten werden soll.
Allerdings gab auch sie an, Hurd Zeit geben zu wollen. Es gebe keine Zeitplan, das sei ein Marathon und kein Sprint, so Dunn.
Analysten werteten die Ernennung von Hurd positiv. "Ein CEO im Blaumann", zitiert die "Financial Times Deutschland" Steven Milunovich von der US-Bank Merrill Lynch. Die Entscheidung des Aufsichtsrats von Hewlett-Packard für den Außenseiter nennt Milunovich "unerwartet, aber klug".
