19.03.2005

HALTBARKEIT

Qualitäts-Roulette beim Rohlingkauf

Die Zeiten, als man staunend eine halbe Stunde vor dem Rechner saß, um das Wunder des CD-Brennens zu verfolgen, sind längst vorbei. Das Beschreiben von CDs wie auch DVDs ist mittlerweile reine Routine.

Nicht ganz so einfach fällt vielen Datensicherern die Wahl der "besten" Rohlinge, in unzähligen Online-Foren werden Qualitätsunterschiede der verschiedenen Marken diskutiert.

Während CD-Rohlinge offenbar kaum noch Schwierigkeiten machen, haben Vielbrenner besonders bei DVDs gravierende Unterschiede ausgemacht.

Denn beim Kauf der Silberscheiben kann man sich nicht auf den Markennamen verlassen, der auf der Packung steht.

Der Großteil der Rohlinge stammt von einigen wenigen asiatischen Zulieferern, welche die Scheiben für namhafte Hersteller wie Fujifilm, TDK, Verbatim, Imation und Hewlett-Packard produzieren.

Code entlarvt wahren Hersteller

Anhand der MID-Nummer [manufacturer identifier] kann der Kunde erkennen, welcher Produzent wirklich hinter dem Rohling steckt.

So lässt der Code YUDEN000T02 darauf schließen, dass das Fuji-Produkt eigentlich aus den Werken von Taiyo Yuden stammt.

Doch die MID lässt sich erst am heimischen Computer festellen, vor einem Kauf im Geschäft hat der Käufer keine Chance, den wahren Produzenten zu erfahren.

Der Code kann nur mit Freeware-Tools wie dem "DVD Identifier" und Brennprogrammen wie "Nero 6" ausgelesen werden.

Dabei zeigt sich, dass hinter ein und demselben Herstellerlogo meist verschiedenste Rohlingproduzenten stecken.

Ein Teil der DataLife DVD-Rs von Verbatim soll etwa von Ritek stammen [graue Spindel], ein weiterer Teil von CMC [schwarze Spindel]. Daraus ergeben sich Qualitätsunterschiede innerhalb einer DVD-Serie derselben Marke.

Appell an die Hersteller

Eine Pauschalantwort wird man jedoch auch in den Foren nicht finden. Generell hängt die Wahl der besten Disc von einer Vielzahl von Faktoren wie dem eingesetzten Brenner, Brenngeschwindigkeit, Charge der Rohlinge, Alter der Rohlinge und Zieleinsatz [auf welchem Auslesegerät der gebrannte Rohling eingesetzt werden soll] ab.

Den Vielbrennern geht es neben dem Vermeiden von minderqualitativen Blindgängern unter den Discs [so genannte Coasters, englische Bezeichnung für verbrannte Scheiben in Anspielungen auf deren Verwendungszweck - als Untersetzer], vor allem um die Haltbarkeit und Langlebigkeit der beschriebenen Medien. Genau hier werden große Unterschiede vermutet.

Es bleibt zu hoffen, dass die Hersteller auf die Kundenwünsche reagieren und gleichbleibende Qualität bieten.

Zudem wäre die verständliche Kennzeichnung der Waren wünschenswert, um hoch qualitative Scheiben auf einen Blick von Billigprodukten unterscheiden zu können.