JoWooD schrieb 2004 tiefrote Zahlen
Die Umsatzerlöse beliefen sich 2004 auf 18,4 Mio. Euro, daraus resultierte ein negatives Betriebsergebnis [EBIT] vor Restrukturierung von 6,9 Mio. Euro.
Nun will das JoWooD-Management mit einem Sanierungspaket das Ruder herumreißen.
An Entwicklungen für 2005 befinden sich sieben Spiele in der Pipeline, darunter reine PC-, Multiplattform- und reine Konsolenspiele.
Vordringlich sei der Liquiditätsaspekt, das Problem der ausstehenden Kunden-Forderungen mit langen Zahlungszielen und unsicherer Höhe, gewesen. "Halten Sie das mal durch, wenn sie nicht Electronic Arts, sondern JoWooD sind", so JoWooD-Chef Albert Seidl. Dieses Geld werde aber für Spiele-Entwicklungen benötigt.
JoWooD - Investor RelationsNegativ-Schlagzeilen
Bei dem Computerspiele-Erzeuger, der 2002 nur knapp an einer Insolvenz vorbeischrammte, reihten sich seit dem Vorjahr die negativen Nachrichten.
Im Sommer 2004 floppte eine Kapitalerhöhung und es konnte nur ein Drittel der Aktien abgesetzt werden.
Der neue US-Partner Fluent stieg anders als angekündigt nur mit einer Mini-Tranche bei JoWooD ein.
Es folgten der geschlossene Rücktritt des Aufsichtsrats, eine Umsatz- und Gewinnwarnung für 2004 und ein Wechsel an der Vorstandsspitze.
Im Februar wurde nach nur sechs Monaten die Fluent-Partnerschaft wieder beendet.
Ein Projekt-Finanzierungsmodell soll noch für das laufende Geschäftsjahr 2005 eine Ausgabenersparnis von "mehreren Millionen Euro" bringen.
JoWooD und Fluent beenden Partnerschaft2005 Partner in allen Regionen
Für die etablierten JoWooD-Heimmärkte Deutschland und Österreich seien für 2005 schon Distrubutionsverträge mit guten Partnern abgeschlossen worden, so Seidl.
Neue konkrete Angebote in mehrfacher Millionenhöhe lägen auch für Westeuropa auf dem Tisch. Diese würden bereits dem Zweifachen von dem entsprechen, was dort jemals zusammengebracht worden sei, so Seidl.
Auch für Nordeuropa und Skandinavien erwarte man Angebote von Distributoren. Für Japan sei bereits ein Titel aus 2004 abgeschlossen worden, der bereits das Budget erfülle.
Weitere Gespräche für das 2005-Line-up seien im Laufen. Auch für den Vertrieb in Osteuropa mit einem eigenen polnischen Partner werde es Abschlüsse geben.
In den letzten zwei Wochen habe man in den USA mit zehn potenziellen Vertriebspartnern gesprochen und erste Angebote erhalten. Erste Verträge könnten voraussichtlich schon im April unterzeichnet werden, stellt JoWooD in Aussicht.
JoWooD verhandelt mit neuem PartnerTrendwende noch in diesem Jahr
"Ich erwarte mir spätestens dann eine Trendumkehr, wenn wir einen Deal - zum Beispiel in Skandinavien - abschließen", so Seidl weiter.
Jetzt gehe es vor allem darum, das Vertrauen der Investoren wiederzugewinnen. "Das Potenzial ist gut, die Spiele hervorragend", so Seidl.
