IT-Chefs scheuen vor Firefox zurück
Der alternative Browser Firefox hat seinen Höhenflug weiter fortgesetzt. Die Marktforscher von OneStat.com stellten einen Zuwachs von einem Prozentpunkt Marktanteil seit der letzten Messung im November fest.
Laut OneStat hält der Firefox bei 8,5 Prozent Marktanteil, der Internet-Explorer hat nun sehr deutlich unter 90 Prozent
Aber: Die Wachstumsrate des Mozillas-Ablegers flacht sich nach dem steilen Anstieg des Jahres 2004 allmählich etwas ab. Die einfache Erklärung dafür ist, dass es dem meistverbreiteten alternativen Browser nicht recht gelingt, sich in größeren Firmennetzen zu verbreiten.
Obwohl der Browser generell weniger anfällig gegen Viren und andere Schadprogramme ist, als Microsofts Internet Explorer, scheuten die meisten Netzwerkchefs vor dem Firefox zurück, schreibt der Branchendienst Newsfactor.
Da jedes größere Unternehmen über eine mehr oder weniger ausgeklügelte Sicherheitsarchitektur verfügt, betrifft ein Wechsel des Browsers ein ganzes, laufendes System. Damit fällt weitaus mehr Arbeitsaufwand an, als ein einfacher Wechsel einer Software.
März 2004: Firefox 25 Millionen Mal heruntergeladenDie Gefahren des Erfolgs
Die Palette möglicher Schwierigkeiten für wechselwillige IT-Chefs beginnt beim MS-Exchange-Server und geht bis zur Bedienung von Web-Interfaces.
Paradoxerweise scheint gerade der kometenhafte Aufstieg des Sprosses aus dem Hause Mozilla bei einer nicht geringen Anzahl von Entscheidungsträgern einem Umstieg eher hinderlich zu sein.
Die unbestreitbaren Vorteile des alternativen Browsers, vor allem die geringe Anfälligkeit gegen Spyware, Viren und andere Schadprogramme könnten sich relativ rasch verlieren, wenn die Verbreitung im Tempo des Jahres 2004 weiterstiege, ist die Befürchtung.
Zehn Millionen Downloads Mitte DezemberKapital von Google hilft
Vor kurzem hat die Mozilla Foundation eine neue Firefox-Version zum Download bereitgestellt, den Firefox 1.0.1. Mit diesem Upgrade, das gemäß der kurzen Reaktionszeit in der Open-Source-Community ebenso flott nach dem Release der Version 1.0 erfolgt ist, werden zahlreiche Bugs gefixt, Popups und Malware erneut zurückgedrängt. In den letzten Wochen wurden nämlich vermehrt die Sicherheitsmechanismen des Firefox belastet, nachdem Spammer und Spyware-Programmierer auch den alternativen Browser ins Visier nahmen.
Die Zukunft des Firefox in Unternehmen ist noch ungewiss. Denkbar ist aber, dass sich die Mozilla Foundation künftig verstärkt an diesen Markt richtet - mit Google ist mittlerweile ein potenter Sponsor mit an Bord.
Durch die Default-Verlinkung auf die Suchmaschine verfügt die Foundation über einen ständigen Cash-Flow. Mittlerweile sind bereits zehn Entwickler fix angestellt, fünf weitere sollen folgen.
