Biometriepflicht bei Visa-Vergabe

deutschland
09.03.2008

Erfassung soll noch diesen Sommer starten

Deutschland will bereits im Sommer bei der Visa-Vergabe biometrische Daten speichern. Eine Einreiseerlaubnis für Aufenthalte von mehr als drei Monaten solle dann an die Speicherung biometrischer Daten geknüpft werden, berichtet das "Handelsblatt".

Ab dem Jahr 2009 solle zudem schrittweise auch die Vergabe von Schengen-Visa von der Speicherung der Fingerabdrücke und einer Gesichtsaufnahme abhängig gemacht werden.

"Ab 2011 sollen dann für alle Drittstaaten-Visa solche Daten erforderlich sein", sagte der Leiter der Rechtsabteilung im deutschen Außenministerium, Georg Witschel.

Umstellung für Antragsteller

Das bedeutet sowohl für die Antragsteller - viele davon aus der Wirtschaft - als auch für die mehr als 200 deutschen Auslandsvertretungen erhebliche Umstellungen. Diese stellten dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr 136.000 nationale und 1,9 Millionen Schengen-Visa aus.

Die Wirtschaft warnte deshalb bereits davor, dass das biometrische Visum nicht dazu führen dürfe, dass sich die ohnehin langen Genehmigungszeiten verlängern.

(AFP | Reuters)