Der Körper als Computernetzwerk
Das japanische Telekom-Unternehmen NTT hat einen Prototypen eines "Human Area Network" entwickelt, der die menschliche Körperoberfläche als Übertragungsmedium nutzt.
Mittels extrem schwacher Stromimpulse, die über die Körperoberfläche wandern, lässt sich die Haut von Kopf bis Fuß als Netzwerk nutzen. Geräte docken mit speziellen Sensoren an, die einen elektro-optischen Kristall beinhalten, dessen Schwingungen wiederum von einem Laser abgelesen werden.
Mit der Technologie, genannt "RedTacton", sind bereits Datenübertragungsraten von bis zu zehn Megabit pro Sekunde möglich.
NTT betont vor allem den Aspekt der Einfachheit, der Human Area Networks künftig auch kommerziell zu einem Erfolg machen soll. Durch natürliche Bewegungen - das Berühren von Sensoren, das Stehen auf bestimmten Stellen, das Schütteln von Händen - können Informationen ausgetauscht werden.
Körperoberfläche als Datenübertragungsmedium
Elektrisch leitendes Material in Schuhen oder Handschuhen sorgt
dafür, dass das menschliche Netzwerk auch nach außen kommunizieren
kann. Darüber hinaus können in die Kleidung eingebettete Geräte
problemlos miteinander Daten austauschen - dabei ist es unerheblich,
wo am Körper sich diese befinden.
RedTacton im DetailKeine drahtlosen Störungen
NTT streicht die Vorteile von RedTacton gegenüber herkömmlichen - meist drahtlosen - Technologien heraus. So würde die Kommunikation via Bluetooth immer schwieriger und auch langsamer, je mehr Geräte bzw. verschiedene Netze sich in einem Raum befinden. Dasselbe gilt für Wireless LAN.
NTT kann sich eine Reihe von Anwendungsbereichen für seine neue Technologie vorstellen. Neben der Datenübertragung von mehreren am Körper anliegenden Geräten und dem Austausch von Informationen durch bloßes Händeschütteln stellt sich NTT die totale Maßschneiderung auf persönliche Bedürfnisse vor.
Es müssten weder Frequenzen eingestellt, Smartcards eingelegt noch Kabel zusammengesteckt werden, der Datenaustausch erfolgt intuitiv.
Persönliche Set-up-, Konfigurations- und Registrierungsdaten könnten in dem Moment auf das Gerät geladen werden, in dem es berührt wird. Möbel, Wände und Böden können als Trägermedium fungieren und bei Berührung Daten austauschen.
Auch im Sicherheitsbereich kann sich NTT einige Applikationen vorstellen - bei Berührung würden die Daten des Benutzers automatisch gespeichert werden, auch Zutrittskontrollen wären denkbar.
2001: "Body Area Network" für Krankenhäuser
