15.11.2001

NEUSPRECH

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"Body Area Network" für Krankenhäuser

Wenn sich intensiv betreute Krankenhauspatienten im Schlaf drehen und wenden, können sie einen Kabelsalat verursachen, der zu Unannehmlichkeiten, aber auch ernsthaften Zwischenfällen führen kann.

Die existierenden Funkübertragungsstandards bereiten allerdings Probleme oder sind für den Betrieb in Krankenhäusern nicht zugelassen.

Ein neues System, das derzeit vom Fraunhofer-Institut entwickelt und eingeführt wird, soll jetzt das Potenzial besitzen, sicherer, flexibler und besser verträglich als die bisherigen zu sein.

Das "Body Area Network" [BAN] soll Sensoren für Blutdruck, Herzschlag und Körpertemperatur drahtlos vernetzen.

Forscher-Prosa

"Das BAN kann man sich so vorstellen, als sei der Patient von einer Aura von Daten umgeben", beschreibt Ingenieur Rene Dünkler, Marketingleiter am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen [IIS], das Netzwerk.

"Die verschiedenen Sensoren besitzen nur eine geringe Reichweite und funken ihre Messwerte an ein Kästchen, das am Gürtel getragen wird. Von dort reisen die Daten zu einer Basisstation, die auch in der Wohnung des Patienten aufgestellt werden kann. Denkbar ist, dass der Arzt dann die Daten via Internet auf den Bildschirm bekommt."

Mit nur 0,4 Milliwatt soll die mittlere Sendeleistung von BAN um ein bis zwei Größenordnungen geringer werden als bei den Standards DECT oder GSM. Daneben trägt eine sehr niedrige Sendefrequenz von derzeit acht Megahertz dazu bei, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen für den Patienten kaum zu erwarten sind.