"Body Area Network" für Krankenhäuser
Wenn sich intensiv betreute Krankenhauspatienten im Schlaf drehen und wenden, können sie einen Kabelsalat verursachen, der zu Unannehmlichkeiten, aber auch ernsthaften Zwischenfällen führen kann.
Die existierenden Funkübertragungsstandards bereiten allerdings Probleme oder sind für den Betrieb in Krankenhäusern nicht zugelassen.
Ein neues System, das derzeit vom Fraunhofer-Institut entwickelt und eingeführt wird, soll jetzt das Potenzial besitzen, sicherer, flexibler und besser verträglich als die bisherigen zu sein.
Das "Body Area Network" [BAN] soll Sensoren für Blutdruck, Herzschlag und Körpertemperatur drahtlos vernetzen.
Ein erstes funktionsfähiges System, das aus mehreren Komponenten besteht, wird auf der Messe Medica in Düsseldorf der Öffentlichkeit vorgeführt [21.-24. November].
MedicaForscher-Prosa
"Das BAN kann man sich so vorstellen, als sei der Patient von einer Aura von Daten umgeben", beschreibt Ingenieur Rene Dünkler, Marketingleiter am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen [IIS], das Netzwerk.
"Die verschiedenen Sensoren besitzen nur eine geringe Reichweite und funken ihre Messwerte an ein Kästchen, das am Gürtel getragen wird. Von dort reisen die Daten zu einer Basisstation, die auch in der Wohnung des Patienten aufgestellt werden kann. Denkbar ist, dass der Arzt dann die Daten via Internet auf den Bildschirm bekommt."
Mit nur 0,4 Milliwatt soll die mittlere Sendeleistung von BAN um ein bis zwei Größenordnungen geringer werden als bei den Standards DECT oder GSM. Daneben trägt eine sehr niedrige Sendefrequenz von derzeit acht Megahertz dazu bei, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen für den Patienten kaum zu erwarten sind.
Der schlafende Nachbar
Ein weiterer Vorteil besteht in der Flexibilität von BAN: Der für
drahtgebundene Geräte verwendete VITAL-Standard ist bereits
integriert - die bestehende Ausrüstung kann also weiterhin verwendet
werden. Sollte sich in Zukunft die Bluetooth-Technologie
durchsetzen, kann sie ebenfalls in BAN eingebunden werden. Ein
dritter Vorteil ist die höhere Datensicherheit des neuen
Übertragungsprotokolls. Schließlich muss gewährleistet sein, dass
die Funkdaten dem Patienten zugeordnet sind und nicht von dessen
schlafendem Nachbarn stammen.
Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen
