Vorerst keine Handymarkt-Konsolidierung
Ungeachtet der immer wieder kursierenden Gerüchte, dass die schwedische Tele2 den drittgrößten österreichischen Handynetzbetreiber One übernehmen könnte, glaubt der Telekomexperte des Wirtschaftsforschungsinstituts [WIFO], Hannes Leo, nicht an eine unmittelbar bevorstehende Konsolidierung auf dem österreichischen Mobilfunkmarkt.
In Österreich gebe es einen funktionierenden Handymarkt, betonte Leo. Sogar die kleineren Betreiber tele.ring und One hätten zuletzt gute Zahlen veröffentlicht, auch beim UMTS-Anbieter Hutchison ["3"] sollte "der Atem noch reichen", meinte Leo.
Vor allem tele.ring habe sich gut entwickelt und große Marktanteile gewonnen. Daher müsse es in nächster Zeit nicht zwingend zu einer Konsolidierung unter den Betreibern kommen.
Die Wachstumsraten seien heuer und in den kommenden Jahren zwar bescheidener als etwa in den 90ern zu erwarten, die Branche wachse aber noch immer mit beachtlichen Wachstumsraten von rund zehn Prozent, stellte der Wifo-Experte fest.
Selbstbewusste MobilfunkbrancheAuch weiter günstige Tarife
Den Grund für die im internationalen Vergleich äußerst niedrigen Handytarife in Österreich sieht Leo in der vergleichsweise "langsamen Liberalisierung".
Während etwa in Skandinavien alle Mobilfunklizenen auf einmal vergeben worden seien und sich der Markt relativ rasch stabilisiert habe, habe die gestaffelte Lizenzvergabe in Österreich auch zu gestaffelten Markteintritten der Betreiber geführt, wobei die Marktneulinge die Konkurrenten stets mit Tarifsenkungen unterboten hätten.
Daher habe der österreichische Markt sehr lange Zeit eine "hohe Dynamik" aufgewiesen. Die Tarife würden in Österreich auch künftig nicht nach oben gehen, schätzt Leo.
UMTS-Verbreiitung schleppend
Die Akzeptanz von Datendiensten durch die Handyuser werde
allerdings noch seine Zeit brauchen, dies dauere auch angesichts der
noch immer schwierigen Bedienbarkeit und der mangelnden
Dienstevielfalt länger als man ursprünglich erwartet habe. Im
UMTS-Bereich könnte sich am ehesten noch die Datensteckkarten für
Notebooks relativ rasch durchsetzen.
T-Mobile investiert in UMTS
