31.01.2005

COPYRIGHT

Kopierschutz-Debatte neu entbrannt

Seit nunmehr einigen Jahren werden Musik-CDs mit Kopierschutz-Technologie ausgestattet. Am Fall Heise.de vs. IFPI.de ist nun die Diskussion über das Für und Wider neu entfacht.

Einerseits machen die kopiergeschützten CDs immer wieder mit Abspielproblemen von sich reden.

Zudem bemängeln Konsumenten und -schützer, dass man richtiggehend ins Kriminal gedrängt werde, wenn man versuche, von legal erworbenen, kopiergeschützten CDs eine Privatkopie zu erstellen.

Denn mit der Urheberrechtsnovelle 2003 wurde das Recht auf eine Privatkopie zwar bestärkt, doch gleichzeitig das Überwinden von Kopierschutzmaßnahmen verboten. Ein Absurdum, das auch mit der Evaluierung des Urheberrechts nicht beseitigt wurde.

Forderung: Straffreiheit bei privatem Gebrauch

Da mit heutigen Mitteln das Kopieren aber auch blitzschnell erledigt werden kann, sehen viele diesen langsamen Kopierweg als Zumutung an.

Konsumentenschützer verlangen daher Straffreiheit für Konsumenten, die eine Kopierschutztechnik umgehen, um ausschließlich Kopien für den privaten Gebrauch herzustellen.

Es seien zudem Regeln für die Hersteller nötig, damit für die Konsumenten eine übliche Anzahl privater Kopien trotz Kopierschutztechniken möglich bleibe.

Ansätze dafür gibt es: Manche Kopierschutztechniken [vor allem in den USA im Einsatz] erlauben das limitierte Kopieren zum persönlichen Gebrauch. In Europa verhindert der Kopierschutz in der Regel das Rippen auf den PC.

Ärgernis für zahlende Kunden

Doch nicht nur die Erstellung einer Privatkopie wurde mit dem neuen Urheberrecht und der Ausbreitung von Digital-Rights-Maßnahmen eingeschränkt, oft verärgern die Kopierschutz-CDs durch simple Abspielprobleme die zahlenden Kunden.

Bei verschiedenen Wiedergabegeräten wie Autoradios, DVD-Playern und CD/DVD-Brennern kann es bekanntermaßen zu Kompatibilitätsschwierigkeiten kommen.

Entsprechende Warnhinweise auf den CD-Hüllen gibt es zwar, diese sind jedoch oft uneinheitlich, missverständlich oder gar unleserlich angebracht.

Erstes Umdenken

Einige Labels wie Universal Deutschland und Sony Japan haben ihr Kopierschutz-Engagement bereits zurückgeschraubt und bieten zumindest Teile ihres Musikrepertoires wieder ungeschützt an.

Als Gründe wurden einerseits Kundenbeschwerden, andererseits die Verschärfung der Gesetze und das gesteigerte Urheberrechtsbewusstsein der Musikkonsumenten genannt, die einen Kopierschutz nicht länger nötig machen.

Auch die Absatzprobleme konnten mit der unpopulären Maßnahme nicht gelöst werden.

Ob sich dieses Umdenken mit der Zeit in der Branche durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Bisher blieb es bei diesen Einzelfällen.