Kunst-Suchmaschine trifft den Geschmack
Eine neue Suchtechnologie soll Kunstliebhabern im Netz helfen, ihrem Geschmack entsprechende Bilder zu finden. Die von der British Telecom entwickelte Suchmaschine ArtGarden wird derzeit von der Tate Gallery getestet.
Die Besucher der Tate-Website sollen künftig ganz neue Möglichkeiten beim Schmökern in der Online-Sammlung des Museums erhalten.
Anstatt einen Künstlernamen oder Gemäldetitel einzugeben, erhält der Nutzer beim Start eine Auswahl an Bildern. Klickt er auf seinen Favoriten, erscheint eine neue Bildergalerie mit ähnlichen Werken.
Die Tate Gallery beansprucht für sich, weltgrößtes Museum für zeitgenössische Kunst zu sein und gilt als Schatzkammer für britische Kunst ab dem 16. Jahrhundert.
In Tate Online suchenKunst für alle zugänglich
ArtGarden setzt künstliche Intelligenz ein, um die Präferenzen des Nutzers auf Grund mehrerer Kriterien einzuschätzen. Diese Treffer werden dann genutzt, um den Zufallsgenerator, der das nächste Kunstwerk, das gezeigt wird, zu beeinflussen.
Auf diesem Weg soll eine Balance zwischen dem persönlichen Geschmack des Nutzers und zufälligen Treffern, die mit einem konkreten Suchbegriff nicht möglich gewesen wären, gefunden werden.
"Es ähnelt einem Spaziergang in der Galerie", sagte Jemima Rellie, Leiterin der Digital-Abteilung von Tate. Die Tate Gallery sei bestrebt, ihre Werke besser zugänglich zu machen, und Technologien wie ArtGarden seien laut Rellie dabei behilflich. Sie hofft, dass die Suchhilfe schon bald in die Website integriert werden kann.
Die Entwickler der British Telecom sind unterdessen bestrebt, die Technologie für andere Themenbereiche wie etwa Musik oder Filme weiterzuentwickeln.
Ab Mitte des Jahres wird das Kunsthistorische Museum [KHM] Wien Teile seiner Kunstsammlung auch im Internet präsentieren. Als Erstes wird der Rundgang durch die Gemäldegalerie mit insgesamt 2.000 Exponaten online möglich.
Online-Rundgang durchs KHMSoftware für virtuelle Museen
Für die digitale Archivierung, Verwaltung und Dokumentation ihrer Sammlungsbestände verwendet die Tate Gallery die Software "The Museum System" des US-Herstellers Gallery Systems.
Das Museumsmanagement-System wird international von 400 Museen und Kultureinrichtungen verwendet, seit neuestem gehört auch das Kunsthistorische Museum in Wien dazu.
