24.01.2005

STÖRUNGEN

"Strom-Internet" im Vergleich zu DSL

Das Fernmeldebüro Oberösterreich hat zum zweiten Mal erhebliche Störungen durch das Linzer Powerline-Projekt [PLC] festgestellt, und aufgefordert diese abzustellen.

Der Betreiber Linzstrom wiederum sagt, die eingesetzten PLC-Modems gäben nicht mehr Störungen ab, als ADSL-Geräte. Dies könne man jederzeit im Test beweisen.

Erich Stemmer, beim Modem-Marktführer Alcatel für Breitbandnetze zuständig, findet die Aussage über die Modems durchaus glaubhaft.

Er gehe davon aus, sagte Stemmer zur futurezone, dass die PLC-Geräte selbst ebenso wie die DSL-Modems von Alcatel allen einschlägigen Normen entsprächen, was die Sicherheit gegen ungewollte elektromagnetische Abstrahlung angehe.

DSL-Kabel symmetrisch und geschirmt

Sobald das Signal freilich das Modem verlasse, so der Breitband-Experte von Alcatel weiter, sei es allerdings aus mit den Parallelen zwischen den beiden Technologien.

Die ADSL-Datenströme gingen nämlich in eine symmetrische Leitung, die aus dem PLC-Modem nicht.

Diese verdrillten Leitungen ["twisted pairs"] böten schon ziemlich guten Schutz gegen unerwünschte Abstrahlungen, zusätzlich sei das Kabel noch mit einem Abschirm-Mantel umgeben.

Strom nicht symmetrisch, ungeschirmt

Die Datenströme von den Powerline-Modems würden hingegen in ein lokales Stromnetz, dessen Leitungen von Haus weder symmetrisch noch abgeschirmt seien.

Zu diesem strukturellen Unterschied zu DSL-Verbindungen, der den Ausschlag gebe, kämen noch die Eigentümlichkeiten, die Stromnetze so an sich haben. Nämlich "schwankende Impedanzen, Dämpfung und Stoßstellen", durch welche die strukturell bedingte Abstrahlung noch verstärkt werde, so Stemmer abschließend.

Die Liste aller bisher veröffentlichen Normen zum Thema elektromagnetische Verträglichkeit ist beim Österreichischen Verband für Elektrotechnik [OVE] einzusehen.