Infineon gibt Gewinnwarnung aus
Der deutsche Chiphersteller Infineon rechnet damit, unter anderem wegen des starken Euros, sinkender Auslastung und dem Aufbau von Lagerbeständen im Auftaktquartal 2004/05 die Erwartungen des Marktes zu verfehlen.
Das Unternehmen erwarte für das erste Quartal des im Oktober angelaufenen Geschäftsjahres 2004/05 einen operativen Gewinn [EBIT] von rund 211 Millionen Euro, teilte der Hersteller mit. Darin enthalten seien einmalige Lizenzeinnahmen von etwa 118 Millionen Euro aus der Einigung mit ProMos im Zuge eines Rechtsstreits. Der Umsatz im Zeitraum Oktober bis Dezember werde voraussichtlich rund 1,82 Milliarden Euro betragen.
"Alle Logiksegmente wurden durch den starken Verfall des Dollar-Kurses negativ beeinflusst", begründete Infineon in einer Pflichtveröffentlichung unter anderem die Ankündigung.
Zusätzlich habe die Automobil- und Industrieelektronik-Sparte unter niedrigem Umsatz und aktivem Abbau von Lagerbeständen gelitten, was Auslastung und operative Marge gedrückt habe. Hier sei bei einem Umsatz von etwa 452 Millionen Euro ein EBIT von rund 50 Millionen Euro angefallen.
Schwere Zeiten für Europas ChipbrancheEndgültige Zahlen am 24. Jänner
In der Festnetzkommunikation sei voraussichtlich ein operativer Verlust von 29 Millionen Euro verbucht worden. Für den Bereich Sichere Mobile Lösungen stellte Infineon einen Umsatz von 439 Millionen Euro sowie ein EBIT von lediglich zwei Millionen Euro in Aussicht.
Im mit 40 Prozent Umsatzanteil wichtigsten Segment Speicher belastete dem Konzern zufolge ebenfalls der schwache Dollar das Ergebnis; hinzu kam eine bewusste Erhöhung der Lagerbestände. Das operative Ergebnis soll vor diesem Hintergrund - ohne den Einmaleffekt der ProMos-Zahlung - 78 Millionen Euro betragen. Der Umsatz wird auf rund 766 Millionen Euro veranschlagt.
Den Ausblick für das zweite Quartal sowie die endgültigen Ergebnisse will Infineon am 24. Jänner vorlegen. "Infineon gibt derzeit keine weiteren Informationen bekannt", hieß es dazu.
