26.12.2004

IN 2005

Schwere Zeiten für Europas Chipbranche

Die europäischen Chipbäcker werden sich für den weiteren Verlauf des Abschwungs in der Halbleiterbranche warm anziehen müssen. Für Infineon oder STMicroelectronics dürfte die bereits begonnene Abkühlung mit am schwersten werden, denn zusätzlich zum steigenden Preisdruck kämpfen beide mit technologischen Problemen und dem Höhenflug des Euro.

Mit am stärksten dürfte die Abschwächung bei DRAM- und Flash-Speichern ausfallen - dem Bereich, der bei der deutschen Infineon mit 40 Prozent Umsatzanteil der Wichtigste ist.

Zusätzlich treffen Europas größten Chipanbieter Pannen bei der Einführung produktiverer Fertigungstechnologien, die dazu geführt haben, man der Konkurrenz aus den USA und Asien um ein halbes Jahr hinterherhinkt. Zu allem Überfluss kommt noch der starke Euro als Negativfaktor dazu

Die Konkurrenz aus Asien

Inotera, Micron, Promos und Samsung sind nur eine kleine Auswahl jener Konzerne, die momentan neue Werke bauen oder in Betrieb nehmen. Zugleich fällt die Nachfrage - beispielsweise im PC-Bereich, dem nach wie vor wichtigsten Markt für Halbleiter.

Ähnliches gilt auch fürdie französische STMicro, die 2003 wohl als Nummer sieben der Weltrangliste das Jahr abschließen werden.

Gerätselt wird, wie lange der Abschwung dauern wird und wie stark er ausfällt. "Es gibt Anzeichen dafür, dass es sich um einen relativ kurzen Downturn handelt", gibt sich HVB-Analyst Günther Hollfelder zuversichtlich.

Schon Ende 2005 sei wieder ein leichtes Wachstum möglich. Skeptischer ist sein Kollege Bernd Laux von Cheuvreux, der 2005 mit nach wie vor zu hohen Investitionen und somit weiter steigenden Kapazitäten rechnet. Die bisher angekündigten Ausgabenkürzungen reichten nicht aus, um bis 2006 das Angebot einzuschränken und so den Chipanbietern wieder zu mehr Preismacht zu verhelfen.