12.01.2005

TELEKOM

Weiteres Angebot für italienische Wind

Der amerikanische Private-Equity-Fonds Blackstone hat ein Angebot für die Übernahme der italienischen Telekommunikationsgruppe Wind, Tochter des Stromversorgers Enel, eingereicht.

Nach Angaben der italienischen Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" [Mittwoch-Ausgabe] ist Blackstone bereit, Enel zwei Mrd. Dollar bar und die Schulden Winds in der Größenordnung von sieben Mrd. Euro zu zahlen. Indiskretionen zufolge kann Blackstone bei der Übernahme mit Partnern rechnen.

Hinter Blackstone könnte ein großer europäischer Telekom-Konzern wie Deutsche Telekom stehen, die in den vergangenen Jahren bereits zu den Wind-Aktionären zählte, berichtete "Sole 24 Ore". Die Deutsche Telekom hatte 1998 Wind mit Enel und France Telecom gegründet, hatte sich jedoch vom Unternehmen zwei Jahre später zurückgezogen.

Weiteres Angebot von Großunternehmer Romiti

Um Wind wirbt weiterhin auch der italienische Großunternehmer und frühere Fiat-Chairman Romiti. Erst im Dezember hatte Enel das Kaufangebot eines internationalen Konsortiums um Romiti abgelehnt.

In dem Angebot war der Wert Winds zwar auf mehr als zwölf Mrd. Euro veranschlagt worden, aber lediglich sofortige Investitionen von zwei Mrd. Euro vorgesehen. Nun will Romitis Konsortium bis 19. Jänner ein weiteres Angebot vorlegen.

Den Wert von Wind schätzt Enel auf mehr als zwölf Mrd. Euro, abgedeckt werden sollen über den Verkauf außerdem die Schulden. Enel-Chef Paolo Scaroni, der Wind im April an die Mailänder Börse bringen will, hatte erst in diesem Monat erklärt, ein Käufer müsse die vollen 13 Mrd. zahlen. Analysten bewerten das Unternehmen jedoch nur auf vier Mrd. Euro.