Mehr Videospiele für "junge Erwachsene"
Die Hersteller von Computerspielen können sich über ein rekordverdächtiges Weihnachtsgeschäft freuen. Verantwortlich dafür sind nicht spielbesessene Kids, sondern immer häufiger ältere Teenager und so genannte "junge Erwachsene".
Laut der Marktforschungsfirma NPD Group sind die Gesamt-Verkäufe in diesem Jahr bereits um elf Prozent höher als im Vorjahr. 2003 machte das Weihnachtsgeschäft etwa 47 Prozent der Jahreseinnahmen aus, heuer soll dieser Wert weiter auf 50 Prozent steigen.
Vor allem zwei Spiele für "große Kinder" sind für den Boom verantwortlich: "Halo 2" und "Grand Theft Auto: San Andreas", die in den letzten zwei Monaten jeweils über 3,3 Millionen mal verkauft wurden.
Manche Fans können die Veröffentlichungstermine kaum erwarten: Von "Halo 2" etwa tauchten schon einen Monat vorher illegale Kopien im Netz auf. Die französische Fassung des Spiels machte in Tauschnetzen und über Newsgroups die Runde.
Gamer auf der Jagd nach Spiele-DiebenGamer bleiben länger erhalten
Und jedes Jahr werden es mehr Gamer, die mit Videospielen aufgewachsen sind und regelmäßig Spiele kaufen, sobald sie ihr eigenes Geld verdienen.
Somit kommen nicht nur ständig junge, neue Nutzer dazu, am oberen Ende der Altersskala bleiben auch immer mehr Spieler erhalten.
Dass die Zielgruppe durchaus älter wird, haben auch die Spielehersteller erkannt. Die Zahl der mit "M" [Mature] eingestuften Spiele für Spieler ab 17 steigt ständig, Mitte Dezember waren es 12 Prozent der Spiele am Markt.
Durch das ansteigende Alter unter den Spiele-Konsumenten boomen auch so genannte Retro-Konsolen und -Handhelds wieder zunehmend.
Retro-Gameshop im MuseumsQuartierAusblick für 2005
Analysten glauben zwar, dass diese Weihnachten der größte Erfolg in der Geschichte der Videospiele sein werden. Die Entwicklung des Marktes im kommenden Jahr sehen sie aber skeptisch. Viele glauben an einen starken Einbruch, weil viele potentielle Kunden auf die nächste Generation der Konsolen warten wollen.
Diese kommen jedoch nicht vor Ende 2005 auf den Markt. Microsoft hat den Nachfolger der Xbox etwa für Ende des Jahres angekündigt, kann solche Termine jedoch erfahrungsgemäß schwer einhalten.
Die nächste PlayStation-Generation kommt laut Sony nicht vor 2006. Und die Spiele-Hersteller legen den Fokus deshalb auch eher auf die Entwicklung von Spielen für die nächste Generation.
