3G soll italienische Wind attraktiver machen
Der italienische Versorger Enel will eigenen Angaben zufolge aus steuerlichen Gründen das gescheiterte UMTS-Gemeinschaftsunternehmen IPSE übernehmen und so die Telekom-Tochter Wind weiter für einen Börsengang vorbereiten.
Obgleich IPSE bis zu 792 Millionen Euro kosten werde, verbleibe aus diesem Geschäft für Enel durch den Steuervorteil ein Netto-Gewinn von rund 200 Millionen Euro, teilte der staatlich kontrollierte Konzern mit.
IPSE war ein Joint Venture unter Führung des spanischen Mobilfunkanbieters Telefonica Moviles, der im Jahr 2000 für UMTS-Lizenzen in Italien umgerechnet knapp 2,4 Milliarden Euro geboten hatte. Zwei der IPSE-Frequenzen wolle Enel verkaufen und die übrige Frequenz an die Tochter Wind, zweitgrößter Festnetz- und drittgrößter Mobilfunk-Betreiber Italiens, vermieten.
Das Direktorium habe am Freitag Enel-Chef Paolo Scaroni die Genehmigung erteilt, Wind innerhalb von 20 Monaten an die Börse zu bringen, hieß es in Branchenkreisen. Die Berater für den Börsengang sollten im Frühjahr ausgewählt werden. Erst vor wenigen Tagen hatte der Konzern erklärt, dass die Wind-Anteile in mehreren Teilen zur Zeichnung angeboten werden könnten.
Italienische Wind soll 13 Mrd. Euro kosten"Strategischer Wert"
"Abgesehen vom finanziellen Aspekt, ist der Erwerb dieser Frequenz von bedeutendem strategischem Wert für Wind", sagte der Vorsitzende des Enel-Direktoriums, Piero Gnudi.
Gnudi äußerte sich nicht dazu, wer die übrigen beiden Frequenzen erhalten solle. In Branchenkreisen war jedoch spekuliert worden, dass vermutlich der italienische Mobilfunk-Betreiber TIM und der weltweite Branchenprimus Vodafone die Käufer sein könnten.
