25.12.2004

MOBILFUNK

3G soll italienische Wind attraktiver machen

Der italienische Versorger Enel will eigenen Angaben zufolge aus steuerlichen Gründen das gescheiterte UMTS-Gemeinschaftsunternehmen IPSE übernehmen und so die Telekom-Tochter Wind weiter für einen Börsengang vorbereiten.

Obgleich IPSE bis zu 792 Millionen Euro kosten werde, verbleibe aus diesem Geschäft für Enel durch den Steuervorteil ein Netto-Gewinn von rund 200 Millionen Euro, teilte der staatlich kontrollierte Konzern mit.

IPSE war ein Joint Venture unter Führung des spanischen Mobilfunkanbieters Telefonica Moviles, der im Jahr 2000 für UMTS-Lizenzen in Italien umgerechnet knapp 2,4 Milliarden Euro geboten hatte. Zwei der IPSE-Frequenzen wolle Enel verkaufen und die übrige Frequenz an die Tochter Wind, zweitgrößter Festnetz- und drittgrößter Mobilfunk-Betreiber Italiens, vermieten.

"Strategischer Wert"

"Abgesehen vom finanziellen Aspekt, ist der Erwerb dieser Frequenz von bedeutendem strategischem Wert für Wind", sagte der Vorsitzende des Enel-Direktoriums, Piero Gnudi.

Gnudi äußerte sich nicht dazu, wer die übrigen beiden Frequenzen erhalten solle. In Branchenkreisen war jedoch spekuliert worden, dass vermutlich der italienische Mobilfunk-Betreiber TIM und der weltweite Branchenprimus Vodafone die Käufer sein könnten.