"Handystreik" neuerlich gefloppt
Der Konsumentenschutzverband Codacons hat die Italiener aufgerufen, sich am heutigen Samstag an einem "Handystreik" zu beteiligen.
Zwei Stunden lang sollten die 57 Millionen Mobilfunktelefone im Land aus Protest gegen die hohen Tarife ausgeschaltet bleiben. Mit dem Streik wollte der Konsumentenschutzverband nicht nur gegen die Mobilfunkgesellschaften, sondern auch gegen die italienische Telekommunikationsbehörde protestieren, die seiner Ansicht nach für keine echte Liberalisierung im Land gesorgt habe
"Mit unserem Streik wollen wir den Telefongesellschaften klar machen, dass sich die Kunden nicht alles gefallen lassen. Aus ganz Italien haben wir Solidaritätsbriefe für unsere Protestaktion erhalten", so Codacons-Präsident Carlo Renzi. Die Italiener geben laut Renzi täglich fünf Euro für ihr Mobilfunktelefon aus.
Handystreik als Flop
Der "Handystreik" erwies sich nach Angaben der
Mobilfunkgesellschaften jedoch als Flop. Laut den stärksten
Mobilfunkbetreibern im Land seien keine Schwankungen in der Zahl der
eingeschalteten Handys registriert worden.
Auch erster Handystreik geflopptSchlaraffenland für Telekoms
Italien gilt als ein Schlaraffenland für Telekom-Gesellschaften. Mit einer hundertprozentigen Handyauslastung ist der Stiefelstaat das Land mit der höchsten Zahl an Handys, ergab eine Studie des Instituts European Mobile Arena.
Laut Schätzungen von Experten haben 41 Millionen Italiener ein Handy. Viele besitzen sogar zwei oder drei Mobilfunktelefone. Die Italiener begeistern sich vor allem für die jüngsten Handy-Modelle, die auf dem Markt erscheinen. Jedes Mobiltelefon wird im Schnitt maximal zwölf bis 18 Monate gebraucht, dann wird es ersetzt.
