"Handystreik" angeblich gefloppt
Der "Handystreik", zu dem die italienischen Konsumentenschutzorganisationen am Donnerstag aus Protest gegen die hohen Tarife aufgerufen haben, ist nach Angaben der Mobilfunkgesellschaften gescheitert.
Laut den stärksten Mobilfunkbetreibern im Land seien zwischen 12 und 14 Uhr keine Schwankungen in der Zahl der eingeschalteten Handys registriert worden. Die Konsumentenschutzorganisationen hatten die Italiener aufgerufen, zwei Stunden lang ihre Mobilfunktelefone auszuschalten, um gegen die Mobilfunkgesellschaften und gegen die italienische Telekommunikationsbehörde zu protestieren, die ihrer Ansicht nach für keine echte Liberalisierung im Land gesorgt habe.
20 Prozent sollen gestreikt haben
Der Konsumentenschutzverband Codacons bezeichnete den Streik
dagegen als Erfolg. Jeder fünfte Italiener, also acht Millionen
Handybesitzer, hätten sich dem Streik angeschlossen, hieß es.
"Handystreik" gegen hohe TarifeSolidaritätsbriefe für Aktionisten
"Mit unserem Streik wollten wir den Telefongesellschaften klar machen, dass sich die Kunden nicht alles gefallen lassen. Aus ganz Italien haben wir Solidaritätsbriefe für unsere Protestaktion erhalten", so Codacons-Präsident Carlo Renzi. Die Italiener geben laut Renzi täglich fünf Euro für ihr Mobilfunktelefon aus.
Mit einer hundertprozentigen Handyauslastung ist der Stiefelstaat das Land mit der höchsten Zahl an Handys, ergab eine Studie des Instituts European Mobile Arena. Laut Schätzungen von Experten haben 41 Millionen Italiener ein Handy. Viele besitzen sogar zwei oder drei Mobilfunktelefone.
