Software entlarvt Serientäter
Die Unterstützung der Polizei durch Analyse-Software ist in der Verbrechensbekämpfung nicht mehr wegzudenken. Ein neues System, soll nun dabei helfen, Gemeinsamkeiten mit früheren Kriminalfällen zu finden.
Das so genannte Classification System for Serial Criminal Patterns [CSSCP] sucht in den Archiv-Datenbanken nach verräterischen Ähnlichkeiten mit vergangenen Fällen und schlägt gegebenenfalls Alarm.
Entwickelt wird das System von Thomas Muscarello und Kamal Dahbur von der DePaul University in Chicago.
DePaul UniversityAuch die Spurensuche am Computer wird immer wichtiger. Ermittler weltweit werden daher in Computerforensik geschult, welche etwa das Durchkämmen beschlagnahmter Festplatten umfasst, um aus den unzähligen Dateien diejenigen rauszusuchen, die belegen können, dass der Computer für ein Verbrechen benutzt wurde.
Spurensuche am ComputerFällen wird Zahlenprofil zugeordnet
Das System arbeitet mit Mustererkennungs-Algorithmen, um zusammenhängende Taten, die möglicherweise in weit entfernten Gegenden stattgefunden haben, deren Polizeibehörden nicht in nahem Kontakt stehen, auszumachen.
CSSCP durchsiebt die Akten nach Angaben zur Art des Vergehens, zu Geschlecht, Alter oder Größe des Täters und zur benutzten Waffe oder Fluchtfahrzeug. Diesen extrahierten Daten werden Nummernwerte zugeteilt und so ein Zahlen-Profil erstellt.
Nach erfolgter Einteilung werden die Profile von einem neuronalen Netzwerk [Kohonen Netzwerk] abgeglichen.
Liegt der Verdacht auf einen Serientäter vor, wird noch geprüft, ob dieser die Verbrechen zeitlich und räumlich verüben konnte. Ist der Zusammenhang dann immer noch nicht vom Tisch, meldet das System seinen Verdacht den zuständigen Kriminalbeamten.
Britische Wissenschaftler haben eine Software entwickelt, die Ermittler bei der Feststellung der Todesursache [Mord, Selbstmord, Unfall oder natürlicher Tod] unterstützen soll. Die Software kombiniert dazu die vorhandenen Beweisstücke berechnet die Wahrscheinlichkeit jedes einzelnen Szenarios.
Software soll Verbrechen aufklärenFindet zehn Mal mehr Muster
In ersten Tests, bei denen das System mit Daten zu Raubüberfällen der letzten drei Jahre in den USA gefüttert wurde, seien CSSCP zehn Mal mehr Muster aufgefallen als einer Gruppe von Kriminalbeamten, welche die selben Akten untersuchten, so Entwickler Thomas Muscarello.
Vor allem der Zeitvorteil des Systems ist enorm. Es bewältigt die Aktenmassen in einem Bruchteil der Zeit, den menschliche Kriminalisten benötigen würden.
Die Polizei in Chicago hat bereits ihr Interesse an CSSCP angemeldet.
