Erste "Miss Digital World" gekürt
In Italien wurde nun bei der ersten Wahl zur "Miss Digital World" die bestaussehende Pixel-Schönheit gekürt. Gewonnen hat ausgerechnet "Katty Ko", eine Kreation aus Chile, die das Abbild eines Soap-Stars ist.
Die Konkurrenz war zahlreich: Von der Army-Braut Kaya mit Sommersprossen und Stupsnase, exotischen Beautys wie der elfengleichen Dawn mit Schmetterlingsflügeln und Spock-Ohren bis zur blond gelockten Tasha mit scheinbar endlos langen Beinen.
In Steckbriefen wurden die 3-D-Bewerberinnen mit Bildergalerie und Kurzvideo vorgestellt, dabei hatten alle Teilnehmerinnen eines gemeinsam: die Traummaße 90-60-90.
Bei der weltweiten Wahl konnte jeder per Mausklick mitstimmen.
Schönheitskönigin "Katty Ko"
Den Sieg mit über 17.000 Stimmen verdankt das digitale Pin-up
wohl seinem realen Vorbild Katty Kowaleczko, Star der chilenischen
Seifenoper "Tentacion". Der Ehemann der Schauspielerin gab das
virtuelle Alter Ego in Auftrag.
Die echte Katty bei "Tentacion"Wann kommt der "Mister Digital"?
Wenig überraschend, dass die meisten virtuellen Traumfrauen von
männlichen Digitalkünstlern geschaffen wurden. Um der wohl auch
vornehmlich männlichen Wählerschaft zu gefallen, setzten die
Erschaffer ihre Püppchen in knappen Bikinis, kaum vorhandenen
Oberteilen oder auch Schulmädchenuniformen in Szene.
Website mit allen Kandidatinnen [überlastet]Computerspiele und Werbespots
"Jede Zeit hat ihr eigenes Schönheitsideal, wie die Venus von Milo im alten Griechenland oder Marilyn Monroe in den 60er Jahren", so der Initiator des Bewerbs, Franz Cerami.
Die Sieger des Wettbewerbs erhalten 5.000 Dollar und dürfen auf Aufträge für Computerspiele, Animationsfilme oder Werbespots hoffen.
Denn bei der Vermarktung sind die Pixel-Beauties klar im Vorteil. "Sie können gleichzeitig bei Foto-Shootings in New York und Paris sein und sind immer einsatzbereit," so Cerami.
Doch bis die Avatare auch als Schauspieler überzeugen können, wird es wohl noch dauern. Mimik und Gestik wirken in den Videos noch immer hölzern und kantig.
Schon jetzt kommen digitale Abbilder in Filmen als Statisten im Hintergrund zum Einsatz. "Es wird nicht mehr lange dauern, dann könnte man auch die Schauspieler durch lebensecht wirkende Figuren aus dem Computer ersetzen", ist Special-Effects-Experte Marc Weigert überzeugt.
Virtuelle Schauspieler 2008 rentabel
