Warnung vor US-Pässen mit Funkchips
Die künftigen US-Pässe, die mit einem Funkchip ausgestattet werden sollen, könnten zum elektronischen "Schnüffeln" einladen.
Diese Befürchtung hat jetzt die amerikanische Bürgerrechtsvereinigung American Civil Liberties Union [ACLU] geäußert.
Denn die im Chip gespeicherten Daten könnten nicht nur von den Behörden bei der Passkontrolle automatisch abgelesen werden, sondern möglicherweise aus einer Entfernung von bis zu zehn Metern elektronisch ausspioniert werden.
Dieses "Skimming" könne von jedem mit relativ einfachen Geräten durchgeführt werden. Terroristen könnten somit sogar US-Bürger in einer Menschenmenge am Chip im Pass erkennen, etwa, wenn sie die Lesegeräte in einen Türrahmen einbauten.
US-Reisepässe erhalten FunkchipsAbschirmung durch Pass-Hülle
Außerdem sei der Datenschutz nicht gewährleistet, wenn jemand individuelle Daten aus gewisser Entfernung einfach herunterladen könne.
Das US-Außenministerium sieht darin ein durch zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen lösbares Problem.
Denkbar sei etwa die Verschlüsselung der Daten im Chip oder seine Einbettung in einen beschichteten Pass-Umschlag, so dass die Daten nur bei Öffnung des Dokuments abgelesen werden können.
Der Chip selbst soll etwa acht Dollar [6,04 Euro] kosten und bis zu 64 KB Daten aufnehmen.
Auch passive Funkchips in Europa
Die Innenminister der 25 EU-Staaten hatten sich vor einem Monat
im Grundsatz darauf geeinigt, dass Pässe künftig einen Speicherchip
mit digitalisiertem Foto und Fingerabdrücken erhalten sollen.
Fingerabdrücke für EU-Reisepässe
