31.10.2004

DEMNÄCHST

US-Reisepässe erhalten Funkchips

Auch die USA rüsten für die Einführung von biometrischen Merkmalen in ihren Reisepässen.

Bereits dieses Jahr sollen erste Pässe an Regierungsangehörige ausgegeben werden, im kommenden Frühjahr über die Los Angeles Passport Agency dann auch an Privatpersonen - soweit der Plan.

Allerdings scheint es mehr als fraglich, dass dies auch tatsächlich so passiert, da derzeit erst die Ausschreibung für die dafür notwendigen und geplanten Funkchips, die aktiv senden sollen, läuft.

Bis Ende 2005 sollen rund eine Million der neuen Biometrie-Pässe unters Volk gebracht werden, 2006 sollen alle neuen Pässe einen Funkchip enthalten, so Angela Aggeler vom US State Department.

Zuletzt allerdings zweifelten selbst die zuständigen US-Ministerien an der Einhaltung des selbst gesteckten Termins.

Auslesen auch von der Ferne möglich

Der Chip mit einer Speicherkapazität von 64K wird neben rudimentären Daten zum Inhaber, wie Name, Geburtsdatum und -ort, auch biometrische Daten enthalten. Welche genau das seien werden, steht wohl auch in den USA noch nicht fest.

Da aber in der EU derzeit über die Einführung sowohl eines digitalen Bildes und eines Fingerabdrucks diskutiert wird, werden wohl auch in den USA ähnliche Daten in den Pässen Einzug halten. Bereits in Planung in die Installation von Gesichtserkennungssystemen in rund einem Jahr an Flughäfen und anderen Einreise-Checkpoints.

Der Chip selbst soll in den Umschlag des Passes eingearbeitet werden und kann von kurzer Entfernung von den Grenzwachebeamten ausgelesen werden. Die Chips sollen rund zehn Jahre halten und sind mit einer digitalen Signatur und Verschlüsselung gegen ungewollte Zugriffe geschützt. Infineon gab an, 50 Sicherheitsmechanismen in seinen Chip gepackt zu haben.

Zweifel an Datensicherheit

Doch die Sicherheitsmaßnahmen für den Schutz der Daten gehen manchen nicht weit genug. Datenschützer wie die American Civil Liberties Union und Privacy International haben bei der UNO bereits eine entsprechende Petition hinterlegt.

Nicht klar ist auch, warum die USA gerade auf Funkchips setzen, die bei der Passkontrolle wohl kaum Vorteile bringen dürften, da der Reisende ohnedies seine biometrische Daten zwecks Überprüfung abgeben dürfte. Ein Chip, der über einen Scanner gezogen wird, brächte dabei das gleiche Ergebnis.

Pessimistisch denkende Menschen könnten versucht sein zu denken, dass die Behörden sich damit selbst den Zugang zu den Daten abseits der üblichen Passkontrolle verschaffen wollen, um beispielsweise so bestimmte Personen aus großen Menschenmassen herausfinden zu können.