Das Handy als persönlicher Berater
Das Handy hat sich in den letzten Jahren vom teuren Kommunikationsgerät für Geschäftsleute zum ständigen Begleiter für jedermann gemausert.
In Zukunft könnten Mobiltelefone auch noch als persönlicher Berater fungieren und ihren Eigentümern mit praktischen Ratschlägen zur Seite stehen.
Nathan Eagle und Sandy Pentland vom Massachusetts Institut für Technologie in Cambridge haben dazu ein lernfähiges Handy entwickelt, das schon im vorhinein genau weiß, was sein Besitzer vorhat.
Im Alltag könnte das Gerät seinen Nutzer etwa erinnern, früher schlafen zu gehen, wenn am nächsten Tag ein wichtiger Termin ansteht.
Das Projekt beim MITElektroschocks bei zu lautem Telefonieren
Im Alltag ist das Handy zwar nicht mehr wegzudenken, doch viele
Personen empfinden das ständige Gebimmel und Geplapper als
nervtötend und asozial. Eine britische Design-Firma will allzu
redselige Handybenutzer mit speziell entworfenen Mobiltelefonen
"Social Mobiles" wieder zu mehr Rücksicht im Alltag erziehen.
Handys sollen Nutzern Manieren beibringenErfasst vorhersehbare Strukturen
Das System nutzt dazu die an der Universität von Helsinki entwickelte Software "Context", die den Tagesablauf und die Gewohnheiten des Handynutzers penibel erfasst und daraus künftige Verhaltensmuster ableitet.
Anhand von Telefongesprächen, SMS oder auch Handy-Zusatzfeatures wie etwa der Weckfunktion protokolliert die Überwachungssoftware den Lebenslauf des Nutzers.
Mittels Bluetooth - wenn in beiden Geräte vorhanden - und die Ortsbestimmung über Sendefunkmasten bemerkt das Handy außerdem, mit wem sein Nutzer wann und wo unterwegs ist.
So weiß das Handy, dass wieder einmal ein feuchtfröhlicher Abend geplant ist, wenn kurz nach 17 Uhr mit den drei besten Freunden telefoniert wird.
Steht zusätzlich am nächsten Morgen ein wichtiger Termin im Kalender, könnte der elektronische Berater mahnen, lieber nicht zu viel zu trinken.
Im Leben jeder Person gibts es terminliche Fixpunkte, die als Muster erkannt werden können. Von täglichen Routinen wie dem Mittagessen und der Fahrt von der Arbeit nach Hause, über wöchentliche Ereignisse wie dem Tai-Chi-Unterricht bis zu jährlichen Mustern wie dem Besuch der Familie an Weihnachten.
Software "Context"Traum-Tool für Soziologen
Da die Context-Software die Daten zur Auswertung an eine zentrale Datenbank sendet, könnten Soziologen zudem ein genaues Bild des sozialen Interagierens eines ganzen überwachten Freundeskreises erstellen.
Doch ob der Nutzen der lernfähigen Handysoftware größer ist, als der potenzielle Schaden, der durch Missbrauch all der gesammelten Informationen entstehen könnte, ist zu bezweifeln.
Auch ob das "Big Brother"-Phone irgendwann die Versuchslabore der Wissenschaftler verlassen und am Markt erhältlich sein wird, ist nicht bekannt. Die Nachfrage nach der freiwilligen Überwachung dürfte sich aber in Grenzen halten.
