SAP macht Jagd auf PeopleSoft-Kunden
SAP, der größte Business-Software-Hersteller der Welt, profitiert zunehmend von der Übernahmeschlacht rund um Oracle und PeopleSoft.
Das Unternehmen hat begonnen, Kunden von seinem Konkurrenten PeopleSoft wegzulocken. "Die PeopleSoft-Kunden sind bereits seit Jahren irritiert. Das ist ein offenes Geheimnis", so Peter Zencke, Vorstandsmitglied von SAP.
Und genau das macht sich SAP zum Vorteil, indem es PeopleSoft-Kunden spezielle Lösungen anbietet, die den Umstieg erleichtern sollen. "Wir können unsere Software in existierende PeopleSoft-Anwendungen integrieren und so die Funktionalität Schritt für Schritt bewegen", erklärt Zencke.
SAP-Vorstandschef Henning Kagermann kündigte bereits im September an, dass die Übernahme für sein Unternehmen mehr Chancen als Risiken bringe.
SAP nimmt PeopleSoft-Übernahme positiv54 Prozent Marktanteil
Im Gegensatz zu vielen Business-Lösungen kann SAPs Netweaver-Technologie mit jeder Konkurrenz-Software arbeiten. Programmierer können sie verwenden, um verschiedenste Applikationen einer Software auf SAP zu migrieren.
Laut Zencke konnte SAP seinen Marktanteil seit Beginn des Übernahmeversuchs von PeopleSoft durch Oracle stetig steigern. Derzeit hält das deutsche Unternehmen bei 54 Prozent.
Der US-Softwarekonzern Oracle hat vergangene Woche 228,7 Millionen PeopleSoft-Aktien oder mehr als 60 Prozent der Anteile des US-Konkurrenten bei seinem Übernahmeangebot von 9,2 Milliarden Dollar angeboten bekommen.
Damit hat das Unternehmen in seinem seit 17 Monaten andauernden Kampf zur Übernahme eine wichtige Hürde genommen.
Der Vorstand des US-Softwarekonzerns PeopleSoft hat allerdings das Übernahmeangebot erneut einstimmig abgelehnt. Der Board of Directors habe über das unerwünschte Übernahmeangebot beraten und es als unangemessen zurückgewiesen, teilte PeopleSoft mit.
PeopleSoft-Aktionäre wollen Übernahme
