23.11.2004

KONKURRENZ

SAP macht Jagd auf PeopleSoft-Kunden

SAP, der größte Business-Software-Hersteller der Welt, profitiert zunehmend von der Übernahmeschlacht rund um Oracle und PeopleSoft.

Das Unternehmen hat begonnen, Kunden von seinem Konkurrenten PeopleSoft wegzulocken. "Die PeopleSoft-Kunden sind bereits seit Jahren irritiert. Das ist ein offenes Geheimnis", so Peter Zencke, Vorstandsmitglied von SAP.

Und genau das macht sich SAP zum Vorteil, indem es PeopleSoft-Kunden spezielle Lösungen anbietet, die den Umstieg erleichtern sollen. "Wir können unsere Software in existierende PeopleSoft-Anwendungen integrieren und so die Funktionalität Schritt für Schritt bewegen", erklärt Zencke.

54 Prozent Marktanteil

Im Gegensatz zu vielen Business-Lösungen kann SAPs Netweaver-Technologie mit jeder Konkurrenz-Software arbeiten. Programmierer können sie verwenden, um verschiedenste Applikationen einer Software auf SAP zu migrieren.

Laut Zencke konnte SAP seinen Marktanteil seit Beginn des Übernahmeversuchs von PeopleSoft durch Oracle stetig steigern. Derzeit hält das deutsche Unternehmen bei 54 Prozent.

Der US-Softwarekonzern Oracle hat vergangene Woche 228,7 Millionen PeopleSoft-Aktien oder mehr als 60 Prozent der Anteile des US-Konkurrenten bei seinem Übernahmeangebot von 9,2 Milliarden Dollar angeboten bekommen.

Damit hat das Unternehmen in seinem seit 17 Monaten andauernden Kampf zur Übernahme eine wichtige Hürde genommen.