13.11.2004

DORNBIRN

Kongress zum Thema Regierungslinux

Den Umstieg von Windows auf die freie Software Linux diskutierten am Freitag 80 IT-Verantwortliche von Behörden aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol beim ersten Vorarlberger Linux-Kongress.

Wie der Veranstalter Linux User Group mitteilte, habe sich dabei eine einhellige Meinung herauskristallisiert: In Summe bringe der Umstieg deutlich mehr Vor- als Nachteile.

Der Aufwand der Umstellung zahle sich aus, betonten die Referenten des Linux-Kongresses.

Die Behörden seien dann nicht mehr von einem einzigen Hersteller abhängig, der Preise und Vertragsbedingungen diktiere. Zudem sei die freie Software stabiler und weise weniger Sicherheitslücken auf. Lizenzkosten fallen keine mehr an.

Schwäbisch Hall spart 50 Prozent

In Wien sieht man den Einsatz von Open-Source-Software differenziert: Da die Stadt bis 2010 mit Lizenzen und Support für Windows und Mircosoft-Office versorgt ist, macht eine zwangsweise Umstellung derzeit keinen Sinn.

Ab Mitte 2005 bietet die zuständig Magistratsabteilung eine freiwillige Umstellung an.

"Wir beobachten die Entwicklung seit 2001. Seit Mitte 2003 schätzen wir Betriebssystem und Open Office für den produktiven Einsatz als 'gut genug' ein", könnten laut Peter Pfläging, Referatsleiter für Netzwerksdienste und Security bei der Stadt Wien, bei etwa 4.800 von 16.000 Arbeitsplatzrechnern Windows durch Linux ersetzen.

Andere Städte haben den Umstieg bereits hinter sich. Horst Bräuner, IT-Leiter von Schwäbisch Hall [Baden-Württemberg, rund 36.000 Einwohner], bezifferte die dadurch erzielten Einsparungen auf 50 Prozent.