Wiener Consulter gewinnt gegen Siemens
Nicht in Schmiergeld-Affäre involviert
In der Schmiergeldaffäre bei der deutschen Siemens AG hat sich ein womöglich unschuldig unter Verdacht geratener österreichischer Consulter erfolgreich gegen den Technologieriesen aus München gewehrt.
Vorerst zumindest: Das Handelsgericht Wien verurteilte Siemens in erster Instanz zu Zahlungen an den Dienstleister, berichtet die Tageszeitung "Österreich" in ihrer Samstagausgabe. Unbekannt blieb, um welche Beträge es sich gehandelt hat.
Siemens selbst nimmt zu einzelnen zivilrechtlichen Verfahren in der Causa keine Stellung. Auch das betroffene Wiener Beratungsunternehmen CPAG [Creative Projects Architects] gibt "keine Auskunft zu Kundenbeziehungen". Die CPAG bestreitet, zweifelhafte Geschäfte für Siemens getätigt zu haben.
Präzedenzfall
Der Wiener Kleinbetrieb mit 14 Mitarbeitern war auf einer schwarzen Liste jener geschätzten 1.600 externen Berater gelandet, deren Verträge mit Siemens als dubios eingestuft werden.
Nach der Vertragsauflösung durch Siemens forderte CPAG gerichtlich Abstandszahlungen für die Vertragsauflösung sowie die Begleichung offener Rechnungen ein und bekam laut Bericht am 6. Februar vom Wiener Handelsgericht recht.
Ob Berufung eingelegt wird, bleibt vorerst unbekannt.
Für Siemens könnte der schnelle Erfolg der CPAG vor Gericht eine Klagslawine nach sich ziehen, denn es handle sich um einen Präzedenzfall, meint die Tageszeitung.
(APA)
