S&T vor Outsourcing-Vertrag mit Yukos
Der Wiener IT-Dienstleister S&T verhandelt mit dem russischen Ölkonzern Yukos über einen neuen Outsourcing-Vertrag, berichteten am Dienstag mehrere heimische Zeitungen.
Die Österreicher haben mit dem seit vielen Monaten in politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen befindlichen Konzern bereits mehrere Projekte abgewickelt, die zu beidseitiger Zufriedenheit verlaufen seien.
Bei dem in Verhandlung befindlichen Outsourcing-Auftrag geht es um ein Audit der Yukos-IT, die Bezahlung soll durch monatliche Vorauszahlungen erfolgen, so S&T-Boss Karl Tantscher.
Von den rund 300 Mio. Euro, die Yukos jährlich für IT ausgibt, möchte S&T zwei bis drei Mio. Euro jährlich für sich abzweigen.
"S&T ist für uns deshalb so interessant, weil es seine Hardware von mehreren Unternehmen bezieht und nicht von einem einzigen abhängig ist", wird Yukos-Manager Andrew Kelmanzon zitiert.
S&T mit Großauftrag aus RusslandWachsen durch Akquisitionen
Der Audit-Service wäre auf mehrere Jahre angelegt. Bisher haben die Österreicher unter anderem ein "Desaster-Recovery-Project" [Datenrettungs-Projekt] für den Ölkonzern entwickelt.
Zahlungsprobleme habe es dabei keine gegeben, betonte Tantscher. Der Yukos-Konzern umfasst rund 400 Unternehmen mit 140.000 Mitarbeitern.
S&T beschäftigt in Russland derzeit rund 50 Mitarbeiter, Ende des Jahres sollen es 100 sein. Der Russland-Umsatz mache rund fünf Prozent des Gesamtgeschäfts [220 Mio. Euro] von S&T aus.
Ende 2004 sollen es bereits zehn Prozent sein. Künftig will das Unternehmen durch weitere Akquisitionen wachsen. Bei zwei Firmen würde gerade eine Unternehmensprüfung durchgeführt. Eine dieser beiden Firmen soll laut Tantscher so groß wie S&T sein, hier werde sogar eine Verschmelzung angedacht. 60 Mio. Euro habe man derzeit in der "Kriegskasse", erklärte der Dienstleister.
Das Geld zur weiteren Expansion in Russland und auch in Österreich soll durch eine Kapitalerhöhung über die Börse kommen. Diese soll am 15. November in einer außerordentlichen Hauptversammlung abgesegnet werden. 1,7 Mio. neue Aktien, das entspricht etwa 50 Prozent des derzeitigen Aktienkapitals, sollen ausgegeben werden. Bis zu 23 Mio. Euro frisches Geld könnten so in die Kassen von S&T fließen.
IT-Haus S&T will in Russland zukaufen
