Gespanntes Warten auf DT-Dividende
Wenn die Deutsche Telekom kommenden Donnerstag ihren Geschäftsbericht für das dritte Quartal 2004 vorlegt, richtet sich das Augenmerk der Investoren vor allem auf die lange erwartete Ankündigung der künftigen Dividendenpolitik.
Den jüngsten Geschäftszahlen des größten europäischen Telekom-Konzerns dagegen werden die Experten weniger Beachtung schenken. Von Bedeutung ist hier vor allem die Entwicklung des zuletzt schwachen deutschen Mobilfunkgeschäfts.
"Die Dividende steht im Zentrum des Interesses", urteilte die Investmentbank UBS in ihrer jüngsten Studie. Frank Rothauge, Analyst bei Sal. Oppenheim, prognostizierte: "Nur eine Dividende von 50 Cent wird die Investoren wirklich zufrieden stellen." Beim Schlusskurs der Telekom-Aktie am Freitag von 15,29 Euro käme dies einer Dividendenrendite von 3,3 Prozent gleich.
Alles unter 55 Cent "eine Enttäuschung"
Für Ralf Oberscheidt, Fondsmanager beim Investmentfonds DWS, wäre
sogar "eine Dividende unter 55 Cent eine Enttäuschung". Denn damit
würde das Unternehmen seiner Ansicht nach bereits knapp unter dem
Branchendurchschnitt liegen. Der seit zwei Jahren amtierende
Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke hatte sich zuletzt lediglich entlocken
lassen: "Wir werden eine attraktive Dividende zahlen."
Staat fährt DT-Beteiligung zurückAbbau der Rekordverschuldung
Nach dem Abbau der Rekordverschuldung auf mittlerweile gut 41 Milliarden Euro und der Rückkehr in die Gewinnzone sollen die Aktionäre des Bonner Konzerns für 2004 nun wieder eine Dividende erhalten, die im Frühjahr 2005 gezahlt wird. Damit hinkt die Telekom den meisten ihrer europäischen Konkurrenten hinterher.
Analysten rechnen im Durchschnitt damit, dass der Bonner Konzern für das laufende Geschäftsjahr 46 Cent je Aktie ausschütten wird. Bis zum Boomjahr 2000 hatte die Telekom 62 Cent Dividende je Anteilsschein gezahlt, diese Ausschüttung jedoch im Folgejahr angesichts der Verschuldung von bis zu 71 Milliarden Euro zunächst auf 37 Cent gekürzt und dann ganz gestrichen.
