KPN und "3" mit Regulierung unzufrieden
Senkung der Terminierungsentgelte gefordert
Eine Gruppe von Mobilfunkanbietern um den niederländischen KPN-Konzern hat eine schärfere Regulierung der europäischen Telekommunikationsmärkte gefordert. Sie sehen sich im Wettbewerb mit Schwergewichten wie der Deutsche Telekom, Telefonica, BT und Vodafone benachteiligt, da sie in ihren jeweiligen Ländern erst später gestartet sind.
"Wir sind der Überzeugung, dass eine gründliche Überprüfung der Situation in den nationalen Märkten erfolgen sollte, mit dem Ziel, eine langfristige Vision zu den Themen nationaler Wettbewerb, Infrastrukturwettbewerb, Wettbewerb bei Diensten und Terminierungsentgelt-Politik festzulegen", heißt es in einem am Mittwoch in Barcelona veröffentlichen Brief an EU-Medienkommissarin Viviane Reding.
Absender ist die Interessenvertretung Mobile Challengers Group, der neben den KPN-Töchtern E-Plus und Base die Telekomfirmen Wind, "3", Avea und Play sowie die französische Bouygues Telecom angehören.
Terminierungsentgelte im Visier
Thorsten Dirks, Chef des deutschen Anbieters E-Plus, fordert daher, dass die EU-Kommission die sogenannten Terminierungsentgelte ins Visier nimmt. Diese erhalten die Unternehmen für Anrufe in ihr Netz und sie sind eine wichtige Einnahmequelle dar.
Nach Ansicht von Dirks sollten die Entgelte stärker an die realen Kosten des Netzbetriebs angepasst werden, was zu deutlichen Abschlägen bei den Großkonzernen führen würde.
Mit einer höheren Differenz bei den Terminierungsentgelten sollen die finanziellen Nachteile durch den Netzbetrieb ausgeglichen werden. Die erzielten Preisvorteile wollen die Firmen an ihre Kunden weiterreichen. Dirks verwies dabei auf die in der vergangenen Woche angekündigte Senkung der Tarife für die Datennutzung im europäischen Ausland.
In Österreich hatte der Telekomregulator Anfang September die Betreibergebühren neuerlich gesenkt. Die Tarife müssen bis spätestens 2009 auf 5,72 Cent je Minute herabgesetzt werden. Vor allem Telefonate aus dem Festnetz zum Handy sollen dadurch merklich billiger werden.
(dpa)
