Wettrennen im Datensammeln
Um ihre Wahlkampfbotschaft an den richtigen Mann zu bringen, nutzen politische Aktivisten in den USA technische Hilfsmittel wie Handhelds, Push-to-talk-Handys, Satellitenbilder und aufwendige Datenbanken.
Denn das Sammeln von Daten für künftige Wahlen hat für beide Parteien Priorität.
Anhand der Datenmassen, die Informationen wie Alter, Geschlecht, demografische Merkmale der Wohnumgebung, die Stimmgewohnheiten und persönliche Belange enthalten, wird bestimmt, wer mit welcher Art von politischer Werbung von wem und auf welchem Weg beglückt wird.
Festgestellt wird so außerdem, welche Wohngebiete und welche Themen noch verstärkt Aufmerksamkeit vom jeweiligen Präsidentschaftskandidaten benötigen.
Eine technisches Gerät der US-Wahl, die elektronische Wahlmaschine, steht aktuell im Zentrum der Kritik. Man befürchtet durch mangelnde Prüfmöglichkeiten bei der Stimmenzählung ein ähnliches Chaos wie bei der letzten Wahl.
Mehr Sicherheit für US-WahlmaschinenArgumente aus dem Handheld
Bewaffnet mit Handhelds ziehen die Wahlkampfhelfer der Demokraten wie Republikaner von Tür zu Tür und versuchen die potenziellen Wähler für den Urnengang zu begeistern und ihnen gleichzeitig Informationen über ihr Stimmverhalten zu entlocken.
Diese Angaben speichern sie gemeinsam mit den Sorgen und Vorlieben der Befragten für spätere Besuche oder Wahlen digital auf ihrem Handheld.
Interessiert sich ein Wähler für die falsche Seite, wird versucht, ihn mit ebenfalls aus dem Handheld stammenden Argumenten vom richtigen Kandidaten zu überzeugen.
Ist das gelungen, wird sogleich ein Termin mit einem Fahrtendienst vereinbart, der die wichtige Stimme dann zum Wahllokal chauffiert.
Anhand von Satellitenbildern bahnen sich die Helfer die schnellste Route durch die Nachbarschaft.
Die meisten Wähler haben dabei keine Ahnung, wie genau die Parteien über sie Buch führen. "Die Leute würden überrascht sein, wenn sie herausfänden, dass die Kandidaten über sie als Individuen mehr wissen, als sie als Individuen über die Kandidaten wissen", so Costas Panagopoulos von der New York University.
Der beliebte Internet-Wahlcartoon "This Land"Datenabgleich mit der Zentraldatenbank
Die Schlüsseltechnik in diesem Wahlkampf ist und bleibt der Personal Digital Assistent [PDA].
Damit können Strategien und Argumente unterwegs vor einem Zusammentreffen mit den Wählern kurzfristig eingesehen werden und Wahlwerbespots aufgerufen und direkt gezeigt werden.
Und am Ende jeder Route, nachdem Unentschlossene überzeugt und Nichtwähler motiviert wurden, steht immer der Datenabgleich mit der Zentraldatenbank.
Am Wahltag selbst werden die umfassenden Datenbanken für interne Hochrechnungen und letzte Mobilisierungen - wer im Wahllokal war, wird abgehakt, wer nicht, wird noch telefonisch rekrutiert - genutzt.
Mit dem 2. November werden die Infos aber nicht etwa gelöscht, sondern sorgsam archiviert, organisiert und eventuell sogar ergänzt, um sie bei künftigen Wahlen wieder hervorzuholen.
