28.10.2004

SOFTWARE

Mehr Sicherheit für US-Wahlmaschinen

Nachdem die Wahlmaschinen, die in den USA nächste Woche zum Einsatz kommen, schon seit einiger Zeit in der Kritik stehen, wird nun alles versucht, Vertrauen in das E-Voting aufzubauen.

Fünf Anbieter von Wahlmaschinen haben nun zum ersten Mal ihre Softwareprogramme an die National Software Reference Library [NSRL] übergeben. Damit soll leichter überprüft werden können, ob irgendwelche Manipulationen an den zum Einsatz kommenden Maschinen vorgenommen wurden.

Die NSRL ist Teil der US-Initiative für mehr Sicherheit bei Wahlen, die von der Election Assistance Commission [EAC] gestartet wurde.

Die EAC selbst wurde vom US-Kongress nach dem Auszählungsdebakel in Florida im Jahr 2000 gegründet und soll die Effizienz und Integrität von Wahlen verbessern.

Mehr Transparenz

Der EAC-Vorsitzende, DeForest Soaries, hat die Software bereits im Juni von den größten Herstellern von Wahlsystemen angefordert, die 90 Prozent der Software bereitstellen, die am kommenden Dienstag in US-Wahlmaschinen Verwendung findet, darunter Election Systems and Software, Diebold, Sequoia und Hart InterCivic.

Auch VoteHere hat seine Software übergeben, obwohl diese in keinem US-Bundestaat verwendet wird. Die EAC will zudem auch die Software-Hersteller für Lochkarten um ihren Beitrag bitten.

Soaries pries die Bibliothek als großen Schritt und bedankte sich bei den Anbieter für ihre Bereitschaft die Transparenz der Wahlen zu erhöhen. Dadurch werde ein Prozess ausgelöst, der dem Land versichere, dass ein höherer Grad an Sicherheit und damit Vertrauen in das E-Voting erreicht werden kann, so Soaries.

Prozedere muss geklärt werden

Die US-Bundesstaaten können somit nachprüfen, ob die in ihren Wahlkreisen eingesetzte Software auch zertifiziert ist - damit soll der auch das Vertrauen in die Hersteller gestärkt werden.

Diese wurde zuletzt auch durch die Firma Diebold stark angekratzt, die in 17 Landkreisen in Kalifornien unzertifizierte Software installierte, ohne dass der Staat davon in Kenntnis gesetzt wurde.

Noch nicht festgelegt wurde, wer die Überprüfungen der Software vor den Wahlen macht, wenn in den zuständigen Bezirken keine fachkundigen Person vor Ort ist. Auch die Handhabung von Patches und Upgrade und ihre möglichen Auswirkungen muss noch geregelt werden.