23.10.2004

SALESFORCE

Streit um SAPs Kundenmanagement-Tool

Der Chef der US-Softwarefirma Salesforce.com hat mit Zweifeln an den Verkaufszahlen der Kundenmanagement-Software [CRM] von SAP eine Kontroverse in der Unternehmenssoftwarebranche ausgelöst.

Salesforce-Chef Marc Benioff sagte "Spiegel Online" am Freitag, die CRM-Software des Marktführers werde von den SAP-Kunden auf Grund ihrer schlechten Qualität praktisch nicht genutzt. "Wem verkaufen die das? Das erscheint mir bizarr. Wer hat dieses Zeug geordert und wo ist es hin", wundert sich Benioff.

SAP reagierte gelassen: "Dass die Chefs der CRM-Spezialanbieter gerne große Töne spucken, ist für uns nichts Neues. Nach Tom Siebel scheint sich nun Marc Benioff in der Rolle des Wadenbeißers zu gefallen", sagte ein Sprecher.

SAP weist Vorwürfe zurück

SAP hatte im dritten Quartal Lizenzeinnahmen von 104 Millionen Euro für CRM-Software ausgewiesen, bei Siebel waren es umgerechnet 83 Millionen Euro. Salesforce, das seine Software vermietet und nicht verkauft, nahm daraus 36 Millionen Euro ein. SAP hatte Eigenangaben zufolge Siebel vor gut einem Jahr als Marktführer bei CRM-Software überholt und reklamiert inzwischen 46 Prozent Marktanteil für sich. Siebel kommt danach auf 34 Prozent.

Benioff sagte, zahlreiche SAP-Vertriebsleute setzten in der Praxis nicht die eigene CRM-Software ein, sie nutzten vielmehr heimlich Software von Salesforce. Der SAP-Sprecher wies dies zurück.