22.10.2004

BUSH VS. KERRY

IT und Forschung als Wahlkampfthema

Nachdem Intel-Chef Craig Barrett am Mittwoch kritisierte, dass die Kandidaten für die US-Präsidentenwahl zu wenig Interesse an Technologie zeigen, meldete sich der demokratische Kandidat John Kerry bei einer Wahlkampfrede nun entsprechend zu Wort.

Die US-Amerikaner verdienten einen Präsidenten, der versteht, dass die USA in Wissenschaft und Technologie investieren müssten, um eine starke Wirtschaft und Jobs für das 21. Jahrhundert zu schaffen, so Kerry . Seinem Gegner, dem amtierenden Präsidenten George W. Bush, warf er indes vor, sich zu wenig um Entdeckung zu kümmern.

Der Senator aus Massachusetts favorisiert jedoch andere Schwerpunkte als Bush, darunter ein neues "Manhattan-Projekt", das alternative Energien aufzeigen und "Amerika in zehn Jahren unabhängig machen soll vom Erdöl aus Nahost".

Unterschiedliche Zielsetzungen

Doch Bush hat in seiner Amtszeit durchaus viel Geld in Forschung und Technologie fließen lassen. Seit seinem Amtsantritt stiegen die Zuschüsse aus dem Staatsbudget um 44 Prozent.

Für das Haushaltsjahr 2005 versucht die Regierung Bush gerade, eine Rekordsumme von 132 Milliarden Dollar zu Gunsten von Forschung und Entwicklung durchzudrücken. Das sind noch einmal 4,3 Prozent mehr als in diesem Jahr.

Allerdings sollen wenigstens 57 Prozent davon in Technologien für das Militär und die Landessicherheit fließen. Allein für die als "Star Wars" bekannte Weltraumverteidigung hat das Pentagon unter Bush zehn Milliarden Dollar pro Jahr reserviert - ein Projekt, das Kerry ablehnt.

Intel-Chef Barrett hatte anlässlich des Gartner Symposions ITXPO am Mittwoch davor gewarnt, dass die USA ihre Investitionen in die Wirtschaft besser verteilen sollten. So seien die 20 Milliarden Dollar, die jährlich für die Stützung der Landwirtschaft ausgegeben werden, in Ausgaben für Bildung, Forschung und Entwicklung besser angelegt.