14.09.2004

AUFSCHWUNG

IT ist Wachstumsmotor Nummer 1 in Indien

Die Wirtschaft in Indien erfährt derzeit einen ungeheuren Aufschwung. Beflügelt wird dieser vor allem durch das starke Wachstum der Software- und Mobilfunkindustrie; auch die Automobilbranche erlebt derzeit einen Höhenflug.

Derzeit gibt es in Indien monatlich 1,5 Millionen neue Mobilfunkkunden - per Juni 2004 waren es 29,21 Millionen. Bei einer Penetrationsrate von 5,2 Prozent ist hier noch viel Platz für Wachstum. Zum Vergleich: China verfügt über eine Penetrationsrate von 32,8 Prozent, viele europäische Länder liegen bereits jenseits von 90 Prozent.

Die ITK-Industrie [IT & Telekom] war in den letzten Jahren der treibende Faktor für Indiens Wirtschaftsboom. Laut Nokia-CEO Jorma Ollila ist Indien das Mobilfunkland mit dem derzeit stärksten Wachstum weltweit.

Vergleich mit China

Von Wirtschaftsexperten wird Indien mittlerweile mit China verglichen. Dennoch herrschen noch große Unterschiede zwischen den beiden Regionen. Beiden ist zwar ein hohes Wachstum gemein, doch ist China in vielen Bereichen um Jahre voraus.

Besonders in punkto ausländische Investments muss sich Indien hinter China, das nur 1,2 Mal so viel Einwohner hat, noch verstecken: 53 Milliarden USD Investments in China stehen 3 Milliarden in Indien gegenüber. Grund ist die bessere Marktöffnung der Chinesen - in Indien ist es Ausländern beispielsweise nicht einmal erlaubt, Immobilien zu kaufen.

Auch geht die Modernisierung der Infrastruktur in Indien noch langsam voran. Insgesamt 245 Milliarden Euro müssen in Indien investiert werden, um das Land auf Vordermann zu bringen. Aufgrund der niedrigen Staatseinnahmen bleibt dies jedoch noch Zukunftsmusik.

Frischer Wind in indischen Firmen

Die indischen Unternehmen selbst beginnen nun, sich der Globalisierung anzupassen. Traditionellerweise werden große Unternehmen in Indien von Familien geführt, was sich auch auf den Managementstil auswirkt. Die größte und bedeutendste Familiengruppe, die Tata Group, versucht nun, westliche Managementstrukturen in das familienhierarchisch geführte Unternehmen einzubringen.