TA-Geld für CyberTrons Gläubiger
Die Pleite des Konkurrenten CyberTron kommt die börsennotierte Telekom Austria [TA] nach Jahren noch einmal teuer zu stehen.
Nach einem Vergleich mit dem CyberTron-Masseverwalter zahlt die TA fünf Mio. Euro cash in den Massetopf zurück und verzichtet gleichzeitig auf ihre offenen Forderungen, bestätigte TA-Sprecher Martin Bredl einen Bericht des "WirtschaftsBlatt".
Die Höhe dieser Forderungen wollte die TA nicht kommentieren. Das "WirtschaftBlatt" spricht in Summe von 11,3 Mio. Euro.
Der Unternehmenssprecher betonte, dass der Verzicht auf die Forderungen ebenso wie die Cash-Zahlung nicht ergebniswirksam seien. Die Beträge seien schon vor zweieinhalb Jahren rückgestellt worden, so Bredl.
Hintergrund des nunmehrigen Vergleichs ist eine Anfechtungsklage über rund elf Mio. Euro, die der CyberTron-Masseverwalter Peter Schulyok seinerseits gegen die TA eingebracht hatte. Die TA hatte Monate vor der Insolvenz der CyberTron Telekom AG noch Zahlungen erhalten. Laut Schulyok wurde dadurch die Gleichbehandlung der Gläubiger nicht eingehalten.
Cybertron-Ausgleich ist gescheitertAusgleich im Juni 2002
CyberTron hatte am 28. Juni 2002 Ausgleich anmelden müssen, nachdem die TA dem Betreiber wegen unbeglichener Rechnungen die Leitungen gekappt hatte. Von den insgesamt 89 Mio. Euro Verbindlichkeiten hat CyberTron nach eigenen Angaben mehr als 74 Mio. Euro wegverhandelt.
Im März 2003 musste das Unternehmen den Anschlusskonkurs eröffnen. Hätte die TA die nunmehrige Zahlung schon "damals geleistet, wäre der Konkurs nicht eröffnet worden", meinte der Masseverwalter im "WirtschaftsBlatt".
Mitte 2005 soll der Konkurs abgeschlossen sein. Die Gläubiger können sich dabei laut Masseverwalter nach der TA-Zahlung auf eine höhere Quote einstellen. Im Jahr 2002 hatten die Gläubiger bereits eine siebenprozentige Barquote erhalten.
