11.10.2004

VAT SIEHT

"Regulierung am Scheideweg"

Die alternativen Telekom-Betreiber fordern vom Regulator erneut ein aktiveres Vorgehen gegen den Marktmachtmissbrauch durch die Telekom Austria [TA].

Das erklärte des Präsident des Verbandes [VAT], Achim Kaspar, anlässlich des neunten VAT-Forum am Montag in Wien. Kaspar, nebenbei Chef von eTel Austria, sieht die Regulierung "im siebenten verflixten Jahr" am Scheideweg. Jeder Betreiber hänge nach wie vor am Gängelband des Ex-Monopolisten TA.

Für den Chef der Regulierungsbehörde, Georg Serentschy, könnte durch die kolportierte Übernahme der UTA durch Tele2 aber demnächst ein neuer "Telekom-Riese" entstehen, der den Markt umkrempeln - und damit für neue regulatorische Spielregeln sorgen könnte. In das gleiche Horn stieß auch der oberste österreichische Wettbewerbshüter, Walter Barfuß. Genaueres wollten beide aber nicht vorwegnehmen.

Bartenstein: Wettbewerb in Grenzen

Unterstützung bekamen die alternativen Telekombetreiber von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein [ÖVP]. In seiner Eröffnungsrede sagte er, dass "Österreich nicht wahnsinnig viel Tradition beim Wettbewerb hat".

Wettbewerb sei "bis zu einem gewissen Grad gut und nützlich", aber es gebe Grenzen, die von Branche zu Branche unterschiedlich seien. In Österreich sei diese Grenze noch in keiner Branche überschritten worden, so Bartenstein.

Laut einer vom Meinungsforscher Fritz Karmasin präsentierten Umfrage unter 500 Privatpersonen und 300 Unternehmen, gilt die Liberalisierung als gelungen, nicht zuletzt durch Preisreduktionen. Die TA habe von der Marktöffnung profitiert und sei günstiger und schneller geworden, glauben Privatpersonen wie Unternehmen.